Hochzeit im Judentum

- der Ablauf ist genau geregelt
Jüdischer Bräutigam mit Kippa auf dem Kopf unter einer Art Zelt, der Chuppa.
© Erika Kyte - Fotolia.com
Für viele Juden gehören Mann und Frau zusammen. Beide sind erst vollkommen, wenn sie verheiratet sind. Denn so steht es im Schöpfungsbericht und in der Tora. Die Hochzeit ist daher im Judentum ein sehr wichtiges Fest mit vielen Ritualen und einem genauen Ablaufplan. Sogar der Wochentag ist nicht egal. Ein besonders beliebter Tag zum Heiraten ist der Dienstag, denn laut Tora sagte Gott am dritten Tag der Schöpfung gleich zweimal „Siehe, es war gut“. Das gilt als besonderer Segen für die Brautleute.

Schon der Tag vor der Hochzeit ist genau geregelt: In den letzten 24 Stunden vor der Eheschließung darf sich das Brautpaar nicht mehr begegnen. In dieser Zeit besuchen beide getrennt eine Mikwe. Das ist ein jüdisches rituelles Bad.

Am Morgen des Hochzeitstages fasten viele jüdische Brautpaare. Denn mit der Ehe beginnt für sie ein neuer Lebensabschnitt. Darauf wollen sie sich ganz und gar konzentrieren.

Die Hochzeitszeremonie findet immer unter dem Hochzeitsbaldachin statt. Er heißt Chuppa und steht in Israel stets im Freien. Dort, wo es kälter ist oder viel regnet, heiraten viele Juden in der Synagoge. Dann wird der Hochzeitsbaldachin dort aufgestellt.

Los geht es mit der Verlobung. Sie heißt Errussin. Dabei segnet der Rabbiner den Wein, von dem die Brautleute einen Schluck trinken. Anschließend steckt der Mann der Frau den Ehering an den Finger. Der Rabbi verliest den Ehevertrag Ketuba und übergibt ihn anschließend der Frau, denn er hält ihre Rechte fest.

Die Eheschließung selbst heißt Nissuin. Dazu spricht der Rabbi sieben Segenssprüche. Zu jedem von ihnen umrundet der Ehemann seine Frau ein weiteres Mal unter dem Baldachin. Im Anschluss trinkt das Ehepaar noch einmal einen Schluck von dem gesegneten Wein.

Dann ist das Paar ein Ehepaar – und das feiern oft alle gemeinsam mit mit einer festlichen Mahlzeit, mit Dankgebeten, Ansprachen und Tanz.

Manche Tage im Jahr sind für viele Juden als Hochzeitstermin übrigens tabu. Dazu gehören der Schabbat und andere Fest- und Fastentage. Auch in den drei Wochen vor „Tischa Be- Aw“ und an den 49 Tagen des Omerzählens nach dem 2. Pessachtag findet in der Regel keine Hochzeit statt. Eine Ausnahme in dieser Zeit ist der Freudentag Lag baOmer.

Eure Fragen zur Hochzeit im Judentum


Wie wird eine jüdische Hochzeit gefeiert?
Welche Bräuche gibt es bei einer jüdischen Hochzeit?
Judentum
Autoren Jane Baer-Krause, dlBildnachweise 

Kommentare

Wie ist das mit der Religionsmündigkeit im Hinduismus?

Gibt's auch mal was über Hinduismus?

Ja, wir arbeiten schon an den Texten über den Hinduismus. Aber bitte habt noch etwas Geduld: Zuerst stellen wir euch in Kürze den Buddhismus vor.

Gibt es auch Kekse? - Lillian

Auch während einer jüdischen Hochzeitsfeier gibt es gut zu Essen. Oft gehören dazu sicher auch Kekse. - Jane

Ja, es gibt Kekse. - Elsa

Tragen Jüdinnen auf ihrer Hochzeit auch ein weißes Kleid? - Elsa

Hallo Elsa, ja bei einer traditionellen jüdischen Hochzeit trägt die Braut ein weißes Kleid mit einem langen Schleier. Weiß ist die Farbe der Reinheit und steht für die Treue und Ehrlichkeit in der Ehe. Der Schleier gilt als Zeichen dafür, dass die Ehefrau ihrem Mann vertraut. Mehr erfährst du, wenn du oben die Frage anklickst: "Was geschieht bei einer jüdischen Hochzeit?". - Jane

123123123 dies ist ein Test. - 14231413

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