Wer kann das Problem der Theodizee erklären?

Theodizee (Philos.) = Rechtfertigung Gottes hinsichtlich des von ihm in der Welt zugelassenen Übels und Bösen, das man mit dem Glauben an seine Allmacht, Weisheit und Güte in Einklang zu bringen sucht.

- Anton
Wer kann das Problem der Theodizee erklären?
Religion allgemein
Frage: Anton

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Ihr Kommentar: 
Wenn man davon ausgeht, dass Gott gut und allmächtig ist, stellt sich die Frage, warum er dann nicht das Böse verhindert. Da Gott das nicht tut, schließt man daraus, dass er nicht gut oder allmächtig ist. Das ist das Problem.
Die Lösung ist: Gott will, dass wir frei sind, dass wir selbst Verantwortung übernehmen.
Die Frage wäre auch, wo der Anfang und das Ende des Einmischens Gottes wäre. Erst, wenn einer einen anderen tötet? Oder schon wenn die Milch überkocht? Was wäre der Maßstab? Jeder würde sich ein anderes Einmischen Gottes wünschen. Und wenn jemand stirbt, stirbt er immer zu früh für seine Freunde.
Also ist es sehr gerecht, dass Gott sich nicht einmischt und auch, dass er die Menschen frei lässt. So können sie lernen, Verantwortung zu übernehmen. Und sie müssen lernen, was die Gesetze sind, die dazu führen, dass Gutes auf der Erde entsteht. - Solus

Ihr Kommentar: 
Eine einfache Lösung für das Problem des Bösen ist, dass Gott nicht allmächtig ist. Bevor sich der Philosoph Augustinus einmischte, wird das übrigens eine gängige Meinung gewesen sein.
Außerdem muss man erstmal definieren, was mit "allmächtig" gemeint ist.
Könnte Gott jederzeit praktisch eingreifen, und z.B. einen abgeschossenen Pfeil aus der Luft nehmen? Ich denke, damit hätte er kein Problem, so mächtig ist er. Aber kann er auch die Logik komplett aufheben, wie z.B. den Pfeil aus der Luft nehmen, und Dir gleichzeitig die Freiheit und den freien Willen lassen, jemanden umzubringen?
Ich vermute logische Pardoxa erschaffen kann er eher nicht, obwohl ich auch hier letzendlich vorsichtig währe.
Man muss nämlich verstehen, das das ganze Problem des Bösens ein Problem der Logik ist, und dass die Annahme, dass ein logisches Argument immer richtig ist, egal von wem es vorgebracht wird, falsch oder zumindest inkomplett sein könnte (d.h. die Annahme das Logik immer neutral ist). Das mit der Neuralität des Denkens mag vielleicht bei alltäglichen Dingen noch ungefähr funktionieren (wie: ist das Glas jetzt voll oder leer) aber nicht unbedingt bei moralischen Fragen.
Das Problem bei solchen ist nämlich: Kann das Böse das Gute überhaupt erkennen? Oder hält es automatisch alles was gut ist für böse?

Wenn wir wriklich gefalllene Wesen sind, und es fallen mir eine ganze Menge *logische' Beweise dafür ein, die nichts mit der Bibel zu tun haben, dass das so ist - dann können wir diese Diskussion gar nicht führen, da wir die dazu nötigen und zentralen Begriffe "Gut" und "Böse" gar nicht korrekt verstehen und definieren können.

Eine weitere Falle versteckt sich darin zu denken, das Problem des Bösens wäre leicht und eindeutig, weil es sich so kurz formulieren lässt. Aber das ist ein bisschen wie mit E=mc2. Das sieht auf den ersten Blick auch einfach aus, ist es aber nicht.

Solche Fragen zu diskutieren wie:
Braucht es das Böse, damit es den freien Willen geben kann?
Ist das Böse überhaupt etwas oder ist es eher ein Mangel an Gutem?
Darf Gott hart mit Wesen umgehen, die in sich böse sind?
.. das ist in Wirklichkeit eine extrem lange Diskussion.

Zum Thema: Wir alle sind böse - ich habe gerade vor ein paar Tagen zwei süsse kleine Baby-Pferde gesehen, die sich gegenseitig aus unerklährlichen Gründen bissen ...

- Libera

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