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Erfasst, verfolgt, vernichtet: Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus
Wanderausstellung

20.05.–25.06.2019
Gießen
01.09.–19.09.2019
Berlin
03.09.–12.10.2019
Gütersloh
22.09.–03.11.2019
Aschaffenburg
23.10.–30.11.2019
Herford

Bis zu 400.000 Menschen wurden zwischen 1933 und 1945 zwangssterilisiert, mehr als 200.000 wurden ermordet. Bei der Selektion der Patienten wurde der vermeintliche „Wert“ des Menschen zum leitenden Gesichtspunkt. Ärzte, Pflegende und Funktionäre urteilten nach Maßgabe von „Heilbarkeit“, „Bildungsfähigkeit“ oder „Arbeitsfähigkeit“ über die ihnen Anvertrauten. Dabei fand die Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung auffälliger, störender und kranker Menschen innerhalb des damaligen Anstalts- und Krankenhauswesens statt.

Die Wanderausstellung richtet sich gezielt an ein breites Publikum: Sie nimmt die Frage nach dem Wert des Lebens als Leitlinie und beschäftigt sich mit den gedanklichen und institutionellen Voraussetzungen der Morde, sie fasst das Geschehen von Ausgrenzung und Zwangssterilisationen bis hin zur Massenvernichtung zusammen, beschäftigt sich mit exemplarischen Opfern, Tätern, Tatbeteiligten und Opponenten und fragt schließlich nach der Auseinandersetzung mit dem Geschehen von 1945 bis heute. Exemplarische Biografien ziehen sich durch die gesamte Ausstellung: In den Akten der Opfer werden die vielen verschiedenen Akteure fassbar, die an den Verbrechen beteiligt waren. Ihren Blicken auf Patienten werden deren eigene Äußerungen gegenübergestellt.

Den Schlusspunkt der Ausstellung bilden zahlreiche Stimmen, die das damalige Geschehen von heute aus reflektieren und sich aus unterschiedlichen Perspektiven der Frage stellen, welche Bedeutung es für sie persönlich hat: Ärzte, Politiker, Vertreter von Selbsthilfeverbänden, Angehörige von Opfern, Pflegepersonal, Vertreter der Gesundheitsverwaltung und andere.

Die Wanderausstellung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) wurde in Kooperation mit den Stiftungen Denkmal für die ermordeten Juden Europas und Topographie des Terrors erstellt und bereits von mehr als 340.000 Menschen besucht. Nachdem sie 2014 im Deutschen Bundestag unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Joachim Gauck eröffnet wurde, war sie national und international an mehr als 30 Standorten zu sehen.

Die Ausstellung wurde bisher in verschiedenen Einrichtungen wie Parlamenten, Gedenkstätten, Kongressen oder Kliniken präsentiert und stellt häufig mithilfe eines Begleitprogramms einen konkreten Bezug zu der jeweiligen Region her.
 

Ganzfeld »Aural«
Eine Installation von James Turrell

12. April 2018 bis 6. Oktober 2019
Jüdisches Museum Berlin - Museumsgarten
, Lindenstraße 9–14, 10969 Berlin

Im Museumsgarten des Jüdischen Museums wird die begehbare Installation Ganzfeld »Aural« des Künstlers James Turrell präsentiert. In dieser raumgreifenden und begehbaren Arbeit des weltweit bedeutendsten »Bildhauer des Lichts« tauchen die Besucher*innen in die Atmosphäre eines entgrenzten Raumes, der weder die Quelle des Lichtes preisgibt, noch die Ausmaße seiner Umgebung wahrnehmbar macht. Dieses Werk gehört zur Reihe der Ganzfeld Pieces, von denen nun zum ersten Mal eines in Berlin präsentiert wird.

Licht ist ein zentrales Symbol im Judentum, das Anfang und Ende der Schöpfung miteinander verbindet. In dieser Installation gewinnt man den Eindruck, in einen überirdischen Raum zu treten, dessen Konstruktion die empirische Welt außer Kraft zu setzen scheint. Diese Erfahrung kann als eine der spektakulärsten künstlerischen Interpretationen der Erschaffung des Lichts – und damit Teil des göttlichen Schöpfungsakts – angesehen werden.

Die begehbare Lichtinstallation Ganzfeld »Aural« von James Turrell ist eine Schenkung von Dieter und Si Rosenkranz an die Stiftung Jüdisches Museum Berlin.

Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Website des Künstlers
A wie Jüdisch – In 22 Buchstaben durch die Gegenwart
Ausstellung

26. November 2018 bis 5. Januar 2020
Jüdisches Museum Berlin - Lindenstraße 9–14, 10969 Berlin, Eric F. Ross Galerie, Libeskind-Bau

Musik und Jugendkultur, Erinnerung und Traditionen, Sprachen und Heimat: Zweiundzwanzig Impressionen beleuchten den deutschen Alltag von säkularen oder religiösen, alteingesessenen oder gerade in Deutschland angekommenen Jüdinnen und Juden.

Anhand der Buchstaben des hebräischen Alphabets untersucht die Ausstellung Schlagworte und Begriffe und fragt, woran sich »das Jüdische« in Deutschland heute festmacht. Dabei werden ganz unterschiedliche Aspekte deutsch-jüdischer Gegenwart herausgestellt und normierende Vorstellungen hinterfragt.

Wer kennt die »Jewrovision«? Unter dem Stichwort »Jugend« stellt die Ausstellung den größten jüdischen Gesangs- und Tanzwettbewerb für Kinder und Jugendliche vor. Der Buchstabe »Daled« steht für »Desintegration« und beschreibt eine provokative Bewegung einer neuen Generation jüdischer Künstler, die sich von der deutschen Erinnerungskultur nicht mehr als Opfer vereinnehmen lassen wollen. Von Facebook ins Museum schaffte es der Post eines jungen Israeli, der seinen Umzug nach Berlin mit den günstigen Schokopuddingpreisen im deutschen Discounter begründete – und damit in Israel eine Debatte auslöste. Und auch die Orte für den besten Hummus Berlins dürfen in einer Schau über die deutsch-jüdische Gegenwart nicht fehlen.

Die Ausstellung wurde mit Beteiligung Berliner Schülern entwickelt, deren Arbeiten in der Ausstellung zu sehen sind.

Gefördert von den Freunden des Jüdischen Museums Berlin

Öffnungszeiten: täglich 10 bis 20 Uhr

Eintritt: Mit dem Museumsticket (8 Euro, erm. 3 Euro)
Contemporary Muslim Fashions
Ausstellung

5. April - 1. September 2019
Museum Angewandte Kunst - Schaumainkai 17, 60594 Frankfurt

Die Ausstellung zeigt einerseits, wie Musliminnen ihre jeigenen modischen Vorstellungen von „Modest Fashion“ umsetzen, und andererseits, wie internationale Modeunternehmen mit eigenen Kreationen auf die zunehmende Nachfrage nicht nur muslimischer Frauen nach „dezenten“, weniger körperbetonten und zugleich modischen Styles reagieren.

In den letzten Jahren ist das Bewusstsein der muslimischen Konsument*innen als wichtiges Segment innerhalb der globalen Modebranche gestiegen. Mit mehr als 1,8 Milliarden praktizierenden Muslim*innen weltweit ist die Vielfalt der Kleidungsstile sehr nuanciert. Im Westen ist das Bild von muslimischen Frauen jedoch oft sehr einseitig. San Francisco und Frankfurt sind als Standorte besonders geeignet, um das Thema dieser Ausstellung vorzustellen. Beide Städte zeichnen sich durch eine große kulturelle und ethnische Diversität aus. In der Bay Area leben heute rund 250.000 Muslim*innen. Das deYoung Fine Arts Museum liegt damit in einer Region mit einer der größten muslimischen Gemeinden der USA. Frankfurt ist als ein zentraler Handelsknotenpunkt in Europa mit einem Bevölkerungsanteil von derzeit erfassten 53 Prozent Ausländer*innen und Deutschen mit sogenanntem Migrationshintergrund eine der internationalsten Städte Deutschlands. Sichtbare Muslim*innen zählen seit Jahrzehnten sowohl in San Francisco als auch in Frankfurt selbstverständlich zum Stadtbild.

Neben rund 80 Ensembles von etablierten und aufstrebenden Designer*innen aus den Bereichen Luxus-Mode, Streetwear, Sportswear und Couture umfasst Contemporary Muslim Fashions zahlreiche Kunst-, Dokumentar- und Mode-Fotografien, die die ausgestellten Kleidungsstücke kontextualisieren. Die Ausstellung präsentiert außerdem Material aus den Sozialen Medien, da die Modest Fashion Bewegung durch eine junge und dynamische Community von Blogger*innen und Influencer*innen getragen wird. Sie greifen zu den Social-Media-Tools, weil Sie sich in den traditionellen Printmedien nur wenig und nicht adäquat vertreten fühlten.
Jüdisches Leben in Deutschland heute
Ausstellung

5. Mai bis 24. November 2019
Jüdisches Museum Frankfurt - Im Hochbunker Friedberger Anlage 5/6, 60314 Frankfurt

Antisemitismus zeigt sich auch hierzulande wieder häufiger. Fotograf Rafael Herlich hält in Frankfurt dagegen. Seine Ausstellung im Bunker zeigt ein selbstbewusstes Judentum.Die Ausstellung mit 120 großformatigen Fotografien will der Fotograf das heutige jüdische Leben in Deutschland zeigen. Auf den Fotos sind unter anderem jüdische Kinder zu sehen, die Bar Mizwa feiern, und ehemalige Frankfurter, die im Klassenzimmer ihrer früheren Schule, dem Philanthropin, sitzen oder die Damen der jüdischen Frauenorganisation Wizo, die ihren Bazar präsentieren. RafaeHerlich, dessen Vater seine erste Frau in Auschwitz verloren hat, mit dem Antisemitismus auseinander. So will der Fotograf junge Menschen dafür sensibilisieren, sich zu wehren, wenn sich Menschen antisemitisch äußern oder handeln.
Ostend. Blick in ein jüdisches Viertel
Ausstellung

5. Mai bis 24. November 2019
Jüdisches Museum Frankfurt - Im Hochbunker Friedberger Anlage 5/6, 60314 Frankfurt

Die Ausstellung im Hochbunker erinnert an das jüdische Alltagsleben im Frankfurter Ostend seit dem 19. Jahrhundert und dessen Vernichtung zwischen 1933 und 1945. Sie wurde im Jahr 2000 als Wechselausstellung für das Jüdische Museum konzipiert. 2004 beschlossen das Jüdische Museum und die „Initiative 9. November“, die Ausstellung dauerhaft im Erdgeschoss des Hochbunkers zu zeigen. 2016 wurde sie inhaltlich und gestalterisch überarbeitet.

Themen der Schau sind die Geschichte und die Einrichtungen der IRG, das Alltagsleben im Ostend, jüdische Wohlfahrtseinrichtungen und die gewerbliche Prägung des Viertels. Im Kapitel über die NS-Zeit stehen die November-Pogrome und die Massendeportationen von der Frankfurter Großmarkthalle ab Oktober 1941 im Zentrum. Nach der Befreiung nahm im Ostend jüdisches Leben einen vorsichtigen Anfang. Die letzte Abteilung widmet sich dem Stadtviertel als einem Ort der Erinnerung: mit der Gedenkstätte Neuer Börneplatz in der östlichen Innenstadt, mit der Erinnerungsstätte an der Frankfurter Großmarkthalle, Stolpersteinen, Straßennamen und Hinweistafeln vor früheren jüdischen Einrichtungen.

Ein großformatiger Stadtplan mit den in der Ausstellung erwähnten Adressen dient der Orientierung.
This Place
Ausstellung

7. Juni 2019 – 5. Januar 2020
Jüdisches Museum Berlin - Lindenstraße 9–14, 10969 Berlin, Altbau 1. OG

Aus der Perspektive von 12 internationalen Fotokünstlern nähert sich die Ausstellung der Komplexität Israels und des Westjordanlandes – der Topografie, den Bewohnern und ihrem Alltag. Den Ansatz seines Projektes beschreibt der Initiator und Fotograf Frédéric Brenner als Wunsch, den aus der Berichterstattung über die Region bekannten Bildwelten neue künstlerische Motive hinzuzufügen. Dafür konnte er namhafte Fotografen gewinnen: Wendy Ewald, Martin Kollar, Josef Koudelka, Jungjin Lee, Gilles Peress, Fazal Sheikh, Stephen Shore, Rosalind Solomon, Thomas Struth, Jeff Wall und Nick Waplington sind über mehrere Jahre hinweg immer wieder in die Region gereist. Die insgesamt mehr als 200 Fotografien setzen sich zu einem vielschichtigen visuellen Portrait zusammen. Themen wie Identität, Familie, Heimat und Landschaft rücken in den Fokus, während der Nahostkonflikt mal mehr und mal weniger sichtbar ist. Die Betrachter sind durch die sehr unterschiedlichen Arbeiten dazu eingeladen, über die Heterogenität der Region ins Gespräch zu kommen.

Die Ausstellung ist nach Stationen u.a. im DOX Center für zeitgenössische Kunst in Prag, im Tel Aviv Museum of Art in Israel und im Brooklyn Museum of Art erstmals in Deutschland zu sehen.

Die Ausstellung wurde organisiert von der Chronicle of a People Foundation, Inc., New York.
Sally Perel: Hitlerjunge Salomon
Zeitzeugen im Gespräch | Erfahrungen und Schicksale deutscher Juden im Nationalsozialismus

12. Juni 2019 - 19 Uhr
Jüdisches Museum Berlin - Lindenstraße 9–14 - 10969 Berlin, Klaus Mangold Auditorium, W. Michael Blumenthal Akademie

Sally Perel wurde im April 1925 in Peine geboren. Nachdem das Schuhgeschäft seines aus Polen stammenden Vaters 1935 zerstört wurde, zog er mit seiner Familie von Peine nach Lodz. Nach Beginn des Kriegs im September 1939 floh Sally Perel alleine nach Ostpolen, das jetzt unter sowjetischer Herrschaft stand. Als er nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion von der Wehrmacht verhaftet wurde, gab er sich als Volksdeutscher namens Josef Perjell aus. Bis zum Ende des Krieges führte er ein Doppelleben, das ihn sowohl in die Rolle des Opfers als auch des Täters zwang. Er arbeitete als Übersetzer für die Wehrmacht, kämpfte gegen die Sowjetunion und wurde 1944 in die Akademie für Jugendführung der Hitlerjugend in Braunschweig aufgenommen. Nach dem Krieg wurde er kurz von den Amerikanern inhaftiert, emigrierte dann aber nach Palästina. 1990 erschienen seine Lebenserinnerungen, die im gleichen Jahr unter dem Titel »Hitlerjunge Salomon« verfilmt wurden.

Mit Unterstützung der Berliner Sparkasse

Eintritt: frei

Besucheranmeldung: Tel. 030-25993 488 oder https://www.jmberlin.de/zeitzeugengespraech-sally-perel-hitlerjunge-salomon
Die Zukunft der Erinnerung – Anne Frank und das Gedenken an die Schoa

Das Gespräch mit ZeitzeugInnen ist für die Erinnerungskultur und die Auseinandersetzung mit der Geschichte der Schoa auch für kommende Generationen von unschätzbarer Bedeutung. Was heißt es, wenn in den kommenden Jahren die letzten ZeitzeugInnen versterben, die selbst von den Gräueln der Nazis erzählen können? Welche Bedeutung können Anne Frank und ihr Tagebuch für eine Erinnerungskultur der Zukunft haben? Was kann sie insbesondere jungen Menschen in unserer heterogenen Gesellschaft von heute mitgeben? Darüber sprechen an diesem Abend drei Frauen aus drei Generationen.

Mittwoch, 12. Juni 2019 - 19:30 Uhr
Evangelische Akademie Frankfurt - Römerberg 9, 60311 Frankfurt am Main

Hannah Pick-Goslar, Überlebende des KZ Bergen-Belsen und Freundin von Anne Frank

Gila Lustiger, Autorin und Tochter des Schoa-Überlebenden Arno Lustiger

Saba-Nur Cheema, pädagogische Leiterin der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt

Moderation: Dr. Regina Oehler, hr

Eintritt: frei, keine Anmeldung erforderlich.

IN KOOPERATION MIT DEM DGB FRANKFURT-RHEIN-MAIN UND DER EVANGELISCHEN KIRCHE FRANKFURT UND OFFENBACH
Glauben Sie an Wunder?
Ringvorlesung »Wissen und Glauben in Judentum und Islam« – Akademieprogramme

13. Juni 2019 - 19 Uhr
Jüdisches Museum Berlin - Lindenstraße 9–14 - 10969 Berlin, Klaus Mangold Auditorium, W. Michael Blumenthal Akademie

Die Ringvorlesung lotet das vielschichtige Verhältnis von Judentum und Islam zu den Wissenschaften aus. James A. Diamond (University of Waterloo, Kanada) und Umeyye Isra Yazicioglu (St. Joseph’s University in Philadelphia, USA) diskutieren über die außergewöhnlichen Ereignisse, die in den Schriften des Judentums und des Islam berichtet werden und menschlichen Erfahrungen sowie Naturgesetzen widersprechen. Diese Wundererzählungen stoßen bei vielen Menschen auf Skepsis oder Ablehnung. Der Glaube an Wunder und die Überzeugung, dass Gott in das Geschehen der Welt eingreift, ist jedoch für das Selbstverständnis von Judentum und Islam von fundamentaler Bedeutung. Können Judentum und Islam den Glauben an Wunder in einer Form ausdrücken, die der Herausforderung durch die Wissenschaft standhält? Oder kann man heute nicht mehr an Wunder glauben?

Moderation: Kathrin Klausing (Institut für Islamische Theologie, Universität Osnabrück)
Sprache: Englisch, mit deutscher Simultanübersetzung
Eintritt: frei

Besucheranmeldung: Tel. 030-25993 488 oder https://www.jmberlin.de/ringvorlesung-glauben-sie-an-wunder
Zuversicht
Lesung und Gespräch mit Ulrich Schnabel

13. Juni 2019 - 18.30 Uhr
Kloster Mariensee - Höltystr. 1, Neustadt a. Rbge.

Der Journalist und Autor Ulrich Schnabel erzählt in seinem Buch „Zuversicht“ von Menschen, die selbst unter schwierigsten äußeren Bedingungen den Lebensmut nicht verloren haben. Es geht um die Kraft der inneren Freiheit, um die Zuversicht, die sich keine Illusionen über den Ernst der Lage macht. Und die uns doch in die Lage versetzt, der Angst zu trotzen und jene Spielräume zu nutzen, die sich auftun. Damit knüpft Schnabel an seinen Longseller „Muße. Vom Glück des Nichtstuns“ an, in dem er die Wiederentdeckung schöpferischer Pausen und das Entkommen aus dem Zwang zur permanenten Kommunikation beschrieben hat.

Ulrich Schnabel, geboren 1962, studierte Physik und Publizistik und ist Wissenschaftsredakteur bei der ZEIT. Er schrieb in der ZEIT und in GEO viel beachtete Artikel über Religion und Bewusstseins­forschung. Seine Artikel und Bücher wurden mehrfach für hervorragenden Wissenschaftsjournalismus ausgezeichnet.

Das Gespräch mit ihm im Rahmen der Lesung führt Prof. Dr. Christoph Dahling-Sander, Sekretär der Hanns-Lilje-Stiftung.
Die Begrüßung spricht Bärbel Görcke, Äbtissin des Klosters Mariensee.

Eine öffentliche Veranstaltung der Hanns-Lilje-Stiftung, Hannover.
Judenhass im Internet
Antisemitismus als kulturelle Konstante und kollektiver Gefühlswert
Vortrag von Prof. Dr. Monika Schwarz-Friesel

Donnerstag, 27. Juni 2019 - 18.15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main - Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1, IG Farben-Haus, Raum 311

Weltweit nimmt die Verbreitung von Antisemitismen über das Internet drastisch zu. Dabei zeigt sich, dass uralte judenfeindliche Stereotype sich mit aktuellen Konzeptualisierungen verbinden. Anhand zahlreicher Beispiele wird erörtert, dass sich zwar oberflächlich kommunikative Prozesse im digitalen Zeitalter verändern, der alte kollektive Hass gegenüber Juden jedoch ungebrochen die semantische Grundlage bildet. Antisemitismus ist nicht bloß ein Vorurteilssystem, sondern auch ein auf Phantasmen basierendes Weltdeutungssystem, das über Sprachgebrauchsmuster ständig reproduziert wird und, ungeachtet der Erfahrung des Holocaust, im kollektiven Bewusstsein lebendig bleibt.
Prof. Dr. Monika Schwarz-Friesel ist Antisemitismusforscherin am Institut für Sprache und Kommunikation der TU Berlin. 2019 erscheint ihr Buch Judenhass im Internet.

Eine Kooperation mit der Gesellschaft der Freunde und Förderer des Jüdischen Museums Frankfurt sowie dem Förderverein des Fritz Bauer Instituts e.V.
Autoren: Barbara Wolf-Krause, Jane Baer-Krause
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