In der Sikhi gibt es keinen religiösen Kalender, nach dem sich alle richten. Vielmehr verstehen Sikhs das Leben als einen Kreislauf immer wiederkehrender Muster, so wie es in der Natur bei den Jahreszeiten ist.
Sikhs sehen in der Zeit nicht in erster Linie ein Ordnungssystem, in das Menschen Termine eintragen - Geburtstage und Todestage, Schultage und Feiertage. Natürlich leben Sikhs auch in Gesellschaften, in denen es eine Zeitrechnung gibt. Sie sind zum Beispiel vertraut mit dem gregorianischen und julianischem Kalender. Doch steht für sie im Vordergrund, dass es wiederkehrende Rhythmen gibt, vorgegeben von der Natur. Diese Rhythmen in Form der Jahreszeiten lassen sich auch bildlich gesprochen auf den Menschen übertragen: Auch ein Mensch kann aufblühen und im übertragenen Sinn Früchte tragen, wenn sein Leben im Einklang mit den Mitmenschen und der Natur ist. Diese Früchte sind dann Tugenden wie zum Beispiel Ehrlichkeit und Hilfsbereitschaft.
Das Leben als einen Kreislauf wiederkehrender Muster zu verstehen, bedeutet für die Sikhs, Respekt vor unserem Planeten mit allen Lebewesen darauf zu haben. Denn der Kreislauf endet nicht mit dem Tod eines Menschen und auch nicht mit dem letzten Tag eines Kalenderjahres. Stattdessen kommt nach dem Vergehen ein neuer Anfang.
