Der holländische Theologe Nico ter Linden schuf mit "König auf einem Esel" eine Erzählbibel für Familien. Den alten Geschichten des Neuen Testament gab er neue Gestalt - lebendig, spannend und mit einer besonderen Rahmenhandlung. Im Vor- und im Nachwort verrät der Autor, wie es dazu kam, dass er zu den bekannten Geschichten weitere Details dazu erfand.
Zwei Evangelisten erinnern sich
Er erfand nämlich zwei Jünger, die sich nach dem Tod von Jesus über all ihre Erlebnisse austauschen: Lukas und Matthäus sind in dieser Bibel nicht nur Randfiguren, sondern gemeinsam erschaffen sie erst die Erzählungen von Jesus. Als sie spüren, welche Kraft in ihren gegenseitigen Berichten liegt, beschließen sie, alles aufzuschreiben.
Ungewöhnliches Erzählkonzept
Nico ter Linden gibt den biblischen Geschichten eine neue, ganz eigene Ordnung: Die Sammlung im neuen Testament ist für ihn nicht zufällig, sondern das Ergebnis vom Dialog der beiden Evangelisten. Sie forschen gemeinsam und stellen Zusammenhänge her, ringen ums Verstehen der Ereignisse und blicken sehr menschlich auf die Geschichten von Jesus.
Lebendig und intensiv
"König auf einem Esel" ist also keine buchstabengetreue Wiedergabe in der gewohnten chronologischen Sortierung. Vielmehr verbindet Nico ter Linden Gleichnisse und biblische Geschichten von Jesus auf ganz eigenständige Weise. Er vermittelt der Leserschaft eine Idee, wie das neue Testament entstanden sein könnte. So ist die Erzählbibel zugleich Interpretation und Erklärung.
Vom Buch zum Hörbuch
Nur konsequent war es daher, dass der Lüneburger Pastor Stephan Jacob aus der Erzählbibel ein Hörbuch machte. Ursprünglich nur für Freunde und Familien in seiner Gemeinde bestimmt, las er am heimschen Esstisch das ganze Buch vor: Manchmal tickt im Hintergrund die Küchenuhr oder der Geschirrspüler rauscht. Doch die Dialoge von Matthäus und Lukas bekommen eine Stimme, werden lebendig und machen Lust aufs Mitdenken und Nachspüren.
