Sioux ist ein Sammelbegriff für verschiedene indigene Gruppen und Sprachfamilien der Native Americans aus Nordamerika. Der Name Sioux ist eine Fremdbezeichnung aus der französischen Kolonialzeit und stammt von dem Ojibwe-Wort Nadouessioux ab, das „kleine Schlangen“ oder „Feinde“ heißt. Der Begriff wird heute deswegen nicht mehr überall verwendet.
Sioux spricht man übrigens aus wie „Suh“. Das Wort steht für den Zusammenschluss von sieben indigenen Tribes in der großen Sioux-Nation. Diese sieben Gruppen setzen sich aus Dakota, Lakota und Nakota-Gruppen zusammen. Die Sioux sind also keine kleine, abgeschlossene Gruppe, sondern ein Zusammenschluss vieler. Sich selbst bezeichnen die indigenen Gruppen als Oceti Sakowin. In jedem dieser Tribes existieren eigene religiöse Vorstellungen. Es gibt aber ein paar Dinge, die sie alle verbinden:
Oceti Sakowin sind eins mit der Natur
Für die Oceti Sakowin existiert das Wort Religion nicht. Sie haben aber eine Spiritualität und genaue Vorstellungen eines guten Lebens. Für sie ist alles Teil eines großen Ganzen. Deswegen verstehen sie Tiere und Pflanzen auch als Verwandte, zu denen sie in einer besonderen Beziehung stehen – ebenso wie zu Vorfahren und Schöpferfiguren.
Entsprechend sorgsam gehen die Oceti Sakowin mit der Natur um und nutzen immer nur so viel wie sie wirklich brauchen. Die Einheit mit der Natur ist das Thema vieler ihrer Lieder und Gebete.
Oceti Sakowin glauben an Geisterwesen
Die Oceti Sakowin glauben an ein göttliches Wesen, das Wakan Tanka heißt. Wakan ist der Ursprung des Universums und überall gegenwärtig. Außerdem glauben sie an übernatürliche Geisterwesen, die Wakanpi, mit denen sie Kontakt aufnehmen und ein gutes Verhältnis pflegen. Das geschieht vor allem bei Tänzen, die sie mit der Bitte für gute Ernten, Regen oder Lösungen bei Konflikten aufführen. Der berühmteste dieser Tänze ist der bei vielen Native Americans bekannte Sonnentanz, bei dem es um das Wohl der Gemeinschaft geht.
