Hallo, Julian. Der Fußballspieler Deniz Undav ist der erste Nationalspieler mit jesidischem Glauben. Er wurde 1996 in Norddeutschland geboren. Seine Familie hat kurdische Wurzeln und stammt aus dem Osten der Türkei.
Deniz Undavs Weg in die Nationalmannschaft
Deniz Undav hatte keinen einfachen Weg zum Profifußball. Als Jugendlicher wurde er nicht in einem Nachwuchsleistungszentrum bei Werder Bremen aufgenommen. Deshalb spielte er zunächst in kleineren Vereinen. Neben dem Fußball arbeitete er zeitweise sogar in einer Fabrik, um Geld zu verdienen. Trotzdem gab er seinen Traum nicht auf.
Später wechselte er nach Belgien und wurde dort einer der erfolgreichsten Stürmer der Liga. Danach spielte er in England und kehrte schließlich nach Deutschland zurück. Mit vielen Toren für den VfB Stuttgart schaffte er den Sprung in die Nationalmannschaft.
Tugba Tekkal kämpft für den Frauenfußball und Menschenrechte
Auch die Jesidin Tugba Tekkal war eine erfolgreiche Fußballerin. Sie spielte zunächst für den TSV Havelse und später für den Hamburger Sport-Verein HSV. Dort schaffte sie den Sprung in den Profifußball. Danach wechselte sie zum 1. FC Köln. Mit ihrer Mannschaft stieg sie 2015 in die Frauen-Bundesliga auf.
Auch ihr Weg zum Fußball war nicht leicht. Als junge Spielerin musste sie ihre Eltern erst davon überzeugen, dass sie für ihre Karriere nach Hamburg ziehen durfte. Außerdem verdiente sie im Fußball nur wenig Geld und arbeitete zusätzlich in einem Fitnessstudio.
2017 beendete Tugba Tekkal ihre Fußballkarriere nach einer Verletzung. Danach setzte sie sich gemeinsam mit ihrer Schwester Düsen Tekkal noch stärker für Menschenrechte sowie für Mädchen und Frauen ein. Viele Menschen kennen sie heute deshalb nicht nur als ehemalige Fußballerin, sondern auch als engagierte Menschenrechtsaktivistin.
