Zehntabgabe im Christentum

- Teilen, um andere zu unterstützen
Mann hält Hand in einen Sack mit dem Getreide
epd-bild/Hans Scherhaufer
Die Zehntabgabe war im Mittelalter bei Bauern auf landwirtschaftliche Produkte bezogen. (Symbolbild)
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Die Zehntabgabe gab es bereits in biblischer Zeit. Menschen im Volk Israel gaben einen Teil von dem ab, was sie ernteten oder besaßen. Dieser Teil war der zehnte Teil, also ein Zehntel. Die Menschen brachten ihn zum Tempel oder zu den Priestern, um Gott zu danken und zu zeigen: Alles Gute kommt von Gott. Mit dem Zehnten unterstützten die Menschen Priester, die sich um den Glauben kümmerten.

Die ersten Christinnen und Christen kannten diese Idee also schon. Sie teilten oft freiwillig Geld, Essen oder Besitz in ihren Gemeinden. Eine feste Pflicht zum Zehnten gab es bei ihnen aber noch nicht. Erst im Mittelalter machten Kirche und Herrscher daraus eine verbindliche Abgabe. Bauern mussten einen festen Teil ihrer Ernte an Kirche oder Klöster abgeben.

Heute gibt es die Zehntabgabe nicht mehr in dieser Form. In einigen Ländern, zum Beispiel in Deutschland, zahlen Christinnen und Christen Kirchensteuer. In anderen Ländern geben sie freiwillige Spenden. Die Kirchen nutzen dieses Geld, um Menschen zu helfen, etwa durch Krankenhäuser, Beratungsstellen oder Hilfe für Menschen in Not. Die Grundidee des Zehnten lebt also bis heute weiter: Menschen teilen, damit andere Unterstützung bekommen.