Im Bahai-Glauben wird jeder Mensch als einzigartiges Wesen mit eigenen Begabungen und Möglichkeiten gesehen. Baha'ullah vergleicht ihn mit einem "Bergwerk, reich an Edelsteinen von unschätzbarem Wert". Diese „Edelsteine" stehen für die Fähigkeiten und guten Eigenschaften, die in jedem Menschen verborgen sind.
Eine wichtige Aufgabe des Menschen ist es, diese Fähigkeiten zu entdecken und weiterzuentwickeln – zum eigenen Wohl und zum Wohl aller Menschen. Dabei haben alle Menschen den gleichen Wert und die gleiche Würde. Es spielt keine Rolle, ob jemand jung oder alt ist, ein Mädchen oder ein Junge, aus welchem Land ein Mensch kommt, welche Sprache oder Religion er hat oder welche Fähigkeiten und Eigenschaften ihn auszeichnen. Diese Verschiedenheit wird als Reichtum gesehen.
Bahaitum: Der Mensch ist für seine Taten verantwortlich
Der Mensch hat Verstand und Vernunft. Er kann über sich selbst und die Welt nachdenken und nach dem Sinn seines Lebens fragen. Außerdem besitzt er einen freien Willen. Er kann zwischen Gut und Böse, Recht und Unrecht wählen. Weil der Mensch frei entscheiden kann, trägt er allein die Verantwortung für sein Handeln und für sein eigenes Leben.
Nach dem Bahai-Menschenbild besteht der Mensch aus Körper und Seele. Der Körper gehört zur Natur und braucht Pflege und Achtung. Die Seele ist die geistige Seite des Menschen. Auch sie braucht Nahrung, um sich zu entwickeln: Gebete, Lesen in den heiligen Schriften und gute Gedanken. Die Entwicklung der Seele endet nicht mit dem Tod. Das Leben auf der Erde wird als eine Zeit verstanden, in der der Mensch die geistigen Fähigkeiten und Eigenschaften entwickelt, die ihn auf seinen weiteren Weg vorbereiten.
