Der Rigveda ist eines der vier heiligen Bücher des Hinduismus und zugleich der älteste der vier Veden. Die anderen drei Veden heißen Samaveda, Yajurveda und Atharvaveda.
Rigveda bedeutet in etwa „Wissen der Verse oder Lobgesänge“. Er wurde in Sanskrit überliefert und besteht aus 1.028 Hymnen, die in zehn Büchern, den sogenannten Mandalas, gesammelt sind. Die Hymnen richten sich an verschiedene vedische Gottheiten und Naturkräfte. Dazu gehören zum Beispiel Agni, der Gott des Feuers, Indra, der mit Kraft, Gewitter und Regen verbunden ist, und Soma, der sowohl eine Gottheit als auch ein heiliger Trank ist.
Rigveda: Hymnen für ein gutes Leben und große Sinnfragen
Die Menschen beten in den Hymnen um Schutz, Gesundheit, Nahrung, Regen und ein gutes Leben. Andere Hymnen beschäftigen sich mit großen Fragen: Wie entstand die Welt? Was war am Anfang? Woher kommt das Leben? Besonders bekannt ist das Nasadiya Sukta, ein Schöpfungshymnus. Darin fragen die Menschen nach dem Ursprung des Universums und lassen sogar offen, ob jemand die letzte Antwort darauf kennt.
Der Rigveda enthält auch die berühmte Aussage „Ekam Sat Vipra Bahudha Vadanti“ : „Die Wahrheit ist eine, die Weisen nennen sie mit verschiedenen Namen.“
Viele Verse des Rigveda werden bis heute in hinduistischen Ritualen und Gebeten rezitiert. Der Rigveda zeigt, wie alt die Tradition ist, das Göttliche durch Gebete, Nachdenken und Fragen nach dem Ursprung der Welt zu suchen.
