Hallo, nassi. Jesidinnen und Jesiden gehören einer uralten religiösen Glaubenstradition an, die vor etwa 4.000 Jahren vor unserer Zeitrechnung in Mesopotamien entstanden ist. Mesopotamien ist eine geschichtlich bedeutsame Region zwischen den beiden Flüssen Euphrat und Tigris im Nahen Osten. Diese Region liegt heute in den Ländern Iran, Irak und der Türkei.
Der Ursprungsort vieler Religionen und Kulturen
Mesopotamien wird auch als die „Wiege der Religionen und Kulturen“ genannt, weil dort mehrere Glaubensüberlieferungen ihren Ursprung haben. Jesidinnen und Jesiden sind traditionell im Nordirak beheimatet. Dort befinden sich zwei der größten Siedlungsgebiete der Jesidinnen und Jesiden. Diese beide Siedlungsgebiete heißen Sinjar und Sheikhan. In der Region Sheikhan befindet sich auch das religiöse Hauptheiligtum „Lalisch“. Neben dem Nordirak befinden sich weitere traditionelle Siedlungsgebiete der Jesidinnen und Jesiden in den heutigen Ländern Türkei und Syrien.
Viele Jesidinnen und Jesiden leben in Deutschland
Aus verschiedenen Gründen leben mittlerweile viele Jesidinnen und Jesiden weit verteilt in der Welt. So zum Beispiel in verschiedenen Ländern Europas, aber auch in Kanada, Australien, Georgien oder Armenien. Die größte jesidische Gemeinschaft außerhalb der Ursprungsregion im Irak ist jedoch in Deutschland zu Hause. In Deutschland leben heute geschätzt etwa 300.000 Jesidinnen und Jesiden.