Islam und Politik

- wollen beide das friedliche Zusammenleben von Menschen regeln
Ausgaben des Koran und des Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
epd-bild/Jörn Neumann
Sowohl im Koran als auch im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland kann man über Regelungen des friedvollen Miteinanders lesen.
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Der Islam ist eine Religion. Wie in anderen Religionen gibt es im Islam Regeln und Gebote, die Menschen dabei helfen sollen, gut miteinander zu leben. Dazu gehören zum Beispiel Gerechtigkeit, gegenseitige Unterstützung, Barmherzigkeit und der Schutz des Friedens.

Auch Politik hat die Aufgabe, das Zusammenleben von Menschen zu gestalten. Sie soll dafür sorgen, dass Menschen sicher leben können, dass ihre Rechte geschützt werden und dass es in einem Land gerecht zugeht. Deshalb lassen sich Religion und Politik nicht immer vollständig voneinander trennen. Viele Musliminnen und Muslime möchten ihre religiösen Werte auch in ihrem gesellschaftlichen und politischen Handeln berücksichtigen. Das bedeutet aber nicht, dass alle Musliminnen und Muslime dieselben politischen Vorstellungen haben.

Unterschiedliche politische Strömungen

Wie auch in anderen Religionen, gibt es innerhalb muslimischer Gesellschaften und Gemeinschaften unterschiedliche politische und religiöse Meinungen. Manche Menschen vertreten rückständige Vorstellungen, an die die Menschen auch schon früher geglaubt haben.

Andere orientieren ihre religiösen Überzeugungen an nationalistischen oder politischen Ideen. Wieder andere haben sehr moderne Ideen davon, wie Menschen gut zusammenleben können. Es gibt deshalb nicht nur eine einzige politische Haltung unter Musliminnen und Muslimen.

Wenn Religion und Politik extrem werden

Es gibt Gruppen und Personen, die ihre politischen Ziele mit Gewalt oder Unterdrückung durchsetzen wollen. Wenn Menschen die Rechte anderer abschaffen oder ihre politischen Vorstellungen mit Gewalt durchsetzen wollen, handelt es sich um extremistische oder gewaltorientierte Gruppen. Das können religiöse Menschen wie Musliminnen und Muslime sein, das können aber auch Menschen sein, die eine andere Religion haben oder auch an gar keine Religion glauben.

Extremismus entsteht vor allem dann, wenn Menschen Macht über andere haben wollen und bereit sind, sie zu unterdrücken. Extremistische Gruppen benutzen Religion oft nur als Vorwand, um ihre eigenen Interessen durchzusetzen. Ihre Ideologie hat also wenig mit der eigentlichen Religion zu tun, sondern vielmehr mit dem Wunsch nach Kontrolle und Gewalt.

Der Begriff „Islamismus“ soll Angst vor Musliminnen und Muslimen machen

Es gibt viele Begriffe im politischen Alltag. Nur weil sie verwendet werden, heißt das nicht, dass sie richtig oder berechtigt sind. „Islamismus“ ist so ein Begriff. Häufig wird er verwendet, um bestimmte politische Bewegungen zu beschreiben, die sich auf den Islam berufen. 

Problematisch ist der Begriff dann, wenn dadurch der Eindruck verfestigt werden soll, der Islam selbst sei eine politische oder extremistische Ideologie. Das kann dazu führen, dass alle Musliminnen und Muslime unter Verdacht geraten, extremistisch zu sein. Das ist aber falsch und unfair. Deshalb ist es wichtig, zwischen dem Islam als Religion, Musliminnen und Muslimen mit unterschiedlichen politischen Vorstellungen und tatsächlich extremistischen oder gewaltorientierten Bewegungen zu unterscheiden.

Nicht die Religionszugehörigkeit entscheidet darüber, ob eine politische Haltung extremistisch ist, sondern ihre Ziele und das Verhalten der jeweiligen Menschen oder Gruppen.