Dreidimensionale Darstellung einer DNA-Struktur in blau.
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Gentechnik im Judentum
- als Lebensretter willkommen
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Die DNA ist Träger der Erbinformation, also der Gene. Die Gentechnik beschäftigt sich damit, die Erbinformationen zu verändern.
04.06.2016 - 23:37

Die meisten Jüdinnen und Juden begrüßen die Gentechnik als medizinischen Fortschritt. Nach ihrem Glauben sind sie nämlich dazu aufgerufen, Leben zu retten, wo immer sie können.

Wie in den Schriften aller Religionen ist von der neuen Wissenschaft auch in der jüdischen Bibel kein Hinweis auf die Gentechnik zu finden. Ein wichtiges Gebot im Judentum ist aber die Rettung von Leben. Und weil mit der Gentechnik neue Medikamente entwickelt werden sollen, ist sie nach Meinung jüdischer Rabbiner, Forschenden und anderer Gelehrter erlaubt. Das gilt auch für das Klonen von Tieren, wenn dadurch mehr Nahrung beschafft werden kann. Sogar mit der Embryonenforschung haben viele Jüdinnen und Juden kein Problem, wenn der Embryo jünger als 40 Tage ist. Bis dahin gilt er nach dem Talmud nämlich noch nicht als Leben, sondern als „einfaches Wasser“.
Verboten ist nach dem Judentum dagegen das Klonen von Menschen. Dabei wird aus den Zellen eines Menschen seine eigene Kopie erzeugt. Die Erschaffung eines Menschen ist nach jüdischem Glauben aber Gott vorbehalten.

Gentechnik in anderen Religionen
Alle Religionen sind älter als die Gentechnik. In ihren Geboten suchen die Glaubensgemeinschaften nach Hinweisen, wie sie die Gentechnik beurteilen sollen: