Hallo Lisa. Das Vaterunser ist ein zentrales Gebet des Christentums. Mit Worten, die Jesus vorsprach, bitten Christinnen und Christen Gott um Hilfe und Schutz für ihr tägliches Leben. Und sie bestätigen darin, dass sie Gott und seiner Führung in ihrem Leben vertrauen. Durch die Bitte
"Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen"
sagen die Betenden, dass sie sich nicht durch falsche Entscheidungen oder Handlungen von Gott entfernen wollen. Sie bitten daher Gott um Bewahrung in Unglück und Krankheit, für ihre Entscheidungen und Taten.
Verlockungen widerstehen
Im Neuen Testament stehen verschiedene Geschichten von Menschen in Not. Eine der bekanntesten ist die Geschichte von Jesus in der Wüste: Satan will Jesus‘ Treue zu Gott prüfen. Dadurch will er ihn überzeugen, dass er mächtiger ist als Gott. Dafür probiert er dreimal, Jesus zu machtvollen Handlungen zu verführen. Aber Jesus lehnt immer ab, er verzichtet auf die Macht Satans und vertraut lieber Gott.
Ähnliches kann auch heutzutage passieren: Manchmal wirken falsche Dinge oder Handlungen so einfach. Es wäre leicht, der Versuchung nachzugeben und das Schlechte gutzuheißen. Aber auf den zweiten Blick ist zu bemerken, dass solch Verhalten anderen schadet – und damit auch der handelnden Person selbst. Zum Beispiel beim Mobbing anderer mitzumachen, in einer Klassenarbeit zu spicken oder bewusst einem anderen Menschen weh zu tun.
Wer hat Schuld?
Auf manche machen die Worte
"Und führe uns nicht in Versuchung"
den Eindruck, Gott würde die Menschen im Stich lassen können. Oder dass er sie sogar in eine Versuchung hinein führt, das Schlechte also absichtlich zulässt. Wenn schlechte Dinge geschehen, geben Menschen oft Gott die Schuld, weil sie keine andere Erklärung für ihr Leid finden. Doch Gott liebt alle Menschen. Er führt sie daher durch schwierige Situationen hindurch, wenn die Gläubigen ihn darum bitten. Dafür hat er ihnen die Freiheit gegeben, eigenständig zu denken und zu handeln. Damit können die Menschen Verantwortung für ihr Handeln übernehmen – und müssen das auch tun.
Für beide Situationen bitten Christinnen und Christen Gott um Widerstandskraft und Stärke.
