Anubis ist einer der bekanntesten Götter des Alten Ägyptens. Er ist der Gott der Toten und Schutzgott der Mumien. Dargestellt wird er oft als liegender, schwarzer Hund oder wolfsähnlicher Wildhund, der Schakal heißt. Manchmal hat er auch die Form eines Menschen mit einem Hunde- oder Schakalkopf.
Außerdem trägt Anubis ein Was-Zepter und ein Anch. Beides sind Symbole des Alten Ägyptens. Ein Anch sieht aus wie ein Kreuz mit einem Henkel an der Oberseite. Ein Was-Zepter ist ein Stab, an dessen Ende ein Tierkopf sitzt. Am anderen Ende ist der Stab geöffnet wie eine Gabel.
Anubis prüft, ob Verstorbene ins Jenseits kommen oder nicht
Schon vor fast 5.000 Jahren, im sogenannten Alten Reich, galt Anubis als Totenrichter. Gemeinsam mit dem Gott Thot leitete er das Gericht am Übergang der Verstorbenen ins Jenseits. Dafür stellte sich Anubis an die Tore der Gräber und prüfte die Seelen der Verstorbenen.
Die Ägypter glaubten, dass Anubis die guten Taten der Menschen gegen ihre schlechten abwog. Er entschied darüber, ob sie ins Jenseits weitergehen durften oder nicht. Für dieses Abwägen der Seelen benutzte er natürlich keine Küchenwaage, wie wir sie beim Backen brauchen, sondern seine Waage der Gerechtigkeit.
Der mythische Fluss Eridanos trennt das Leben vom Jenseits
Auf der Reise ins Jenseits begleitete Anubis die Verstorbenen bis zum Eridanos, einem großen mythischen Fluss. In vielen antiken Kulturen glaubten die Menschen, dass der Eridanos die Grenze zwischen dem Leben und dem Jenseits ist.
Anubis wurde im Verlauf der ägyptischen Königreiche von Osiris als Totengott abgelöst. Ihm diente er dann als Helfer und wog die Herzen der Verstorbenen ab, nicht mehr ihre Seelen. Wer die Prüfung nicht bestand, wurde von Ammit verschlungen. Das war die Göttin des Jenseits, deren Körper zu einem Drittel Krokodil, zu einem Drittel Löwe und zu einem Drittel Nilpferd war.
Anubis unterstütze aber auch bei der Einbalsamierung. Deswegen wurden Totengebete meist an ihn gerichtet.
