Jenseitsvorstellungen im Alten Ägypten

- der Glaube an ein Leben nach dem Tod
Ägyptische Hieroglyphen aus dem Dendara-Tempel in Ägypten zeigen das Auge von Horus und ägyptischen Gott in einem Boot
Sarah Lage/iStockphoto/Getty Images
Ägyptische Hieroglyphen aus dem Dendara-Tempel in Ägypten zeigen das Auge von Horus und den ägyptischen Gott in einem Boot.
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Die Ägypter glaubten daran, dass das Leben auf der Erde nur eine kurze Zeit dauern würde. Für sie lag das ewige Leben im Jenseits, einer Welt nach dem Tod. Damit der Körper im Jenseits weiterleben konnte, musste er aber zu einer Mumie werden.

Verstorbene wurden zu Mumien

Dafür wurden dem Leichnam Organe entnommen und sein Körper einbalsamiert. Das Gehirn wurde beispielsweise mit einem speziellen Haken durch die Nase entfernt, um den Schädel nicht zu beschädigen. Die entfernten inneren Organe wurden ebenfalls einbalsamiert und in besonderen Gefäßen aufbewahrt. Diese Krüge heißen Kanopen und waren häufig mit Tierköpfen verziert.

Durch die Einbalsamierung und Umhüllung mit Stoffbinden wurde der Körper dauerhaft vor dem Verfall bewahrt. Mumien, die heute im Museum ausgestellt sind, sehen darum noch fast genauso aus wie damals. 

Mumifizierungen und teure Bestattungen konnten sich aber nicht viele Menschen leisten. Alle anderen wurden, meist auf dem Rücken liegend, in einfachen Gruben im Wüstensand bestattet. Der trockene Sand der Wüste entzog dem Körper auf natürliche Weise die Feuchtigkeit und sorgte so ebenfalls für eine Mumifizierung. 

Gaben für die Reise ins Jenseits

Wohlhabendere Menschen konnten sich einfache Holzsärge leisten. Pharaonen wurden sogar in eigens für sie errichteten Pyramiden beigesetzt. Die großen Pyramiden Ägyptens zählen bis heute zu den Weltwundern. 

Die Grabkammern, in denen die Mumien bestattet wurden, ähnelten Häusern. Die Verstorbenen sollten dort wie zu Lebzeiten wohnen. Deswegen waren die letzten Ruhestätten auch mit mehren Räumen ausgestattet. 

Je wichtiger eine Person im Leben war, desto aufwendiger war ihre Grabkammer gestaltet. In einer dieser Kammern fanden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sogar ein Badezimmer mit Toilette.

Gaben für die Reise ins Jenseits

Damit ein Verstorbener im Jenseits versorgt war, wurden neben seinem Körper Grabbeigaben platziert. Das waren zum Beispiel Essen, Gegenstände aus dem Alltag wie Spielsachen oder Instrumente und Amulette zum Schutz des Verstorbenen. 

In den Grabkammern der großen Pyramiden haben Archäologinnen und Archäologen zusätzlich kostbare Schätze gefunden: Gegenstände aus Gold, wertvolle Totenmasken und feinen Schmuck. Verstorbene Pharaonen hatten sogar Totenpriester, die ihnen regelmäßig Speisen und Getränke brachten.