Auszug aus Ägypten
- die Flucht durch die Wüste machte aus Sklaven das jüdische Volk
David Roberts/Wikimedia
Der Auszug der Israeliten aus Ägypten von David Roberts, 1829.

Vor rund 3.000 Jahren lebten die Israeliten in Ägypten im Exil. Dort regierte ein Pharao, der sie nicht leiden konnte. Die jüdische Bibel erzählt, dass er sie zu unbezahlter Arbeit zwang und sie auch sonst schrecklich schikanierte. Doch eines Tages soll Gott Mose in einem brennenden Dornbusch erschienen sein. Es heißt, dass er Mose den Auftrag erteilte, die Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten zu befreien und sie in das „gelobte Land Kanaan“ zu führen. Nach einigem Zögern willigte Mose ein. Doch der Pharao wollte die Israeliten nicht ziehen lassen. Da schickte Gott eine Plage nach der anderen über das Land. Erst nach der zehnten Plage gab der Pharao auf. Sie war besonders schlimm, denn dabei kam in jeder Familie der Ägypter der älteste Sohn ums Leben.

Die Familien der Israeliten blieben von diesem Unglück verschont. Die Bibel erzählt, dass Mose sie im Auftrag Gottes zuvor angewiesen hatte, ein Lamm zu schlachten und mit dem Blut der Tiere ihre Türpfosten zu markieren. So konnte der Todesengel die Häuser der Israeliten erkennen und sie „überspringen“. 

Als die Ägypter um ihre Söhne trauerten, ergriffen die Israeliten die Gelegenheit zur Flucht. Alles musste blitzschnell gehen. Es blieb ihnen nicht einmal genug Zeit, ihr Brot fertig zu backen. So nahmen sie es noch ungesäuert mit auf den Weg. Diese Mazzen erinnern Jüdinnen und Juden heute noch an die Ereignisse von damals. 400 Kilometer weit mussten ihre Vorfahren durch die Wüste ziehen. Dafür sollen sie 40 Jahre gebraucht haben. Unterwegs brachten einige Erlebnisse ihren Glauben ins Wanken und ließen sie daran zweifeln, dass Gott sie aus Ägypten und durch die Wüste in ihre Heimat führen wollte. Dafür ließ Gott sie Konsequenzen spüren, damit sie ihr ägyptisches Denken ablegten. Die Elterngeneration erreichte Kanaan nicht, nur die Kinder, die in der Wüste geboren worden waren. Nur zwei der Flüchtlinge aus Ägypten, Josua und Kaleb, überlebten und erreichten das Land Kanaan nach 40 Jahren Wanderschaft, weil sie Gott vertraut hatten und als Kundschafter hoffnungsvolle Nachrichten brachten. Ein Teil von Kanaan ist heute der Staat Israel.

An den Auszug aus Ägypten erinnert das jüdische Pessach-Fest. Die Israeliten bekamen kostbare Geschenke von den Ägyptern mit auf den Weg. An das Leben in der Wüste damals erinnert das Fest Sukkot.