Eine Mutter und ihre Tochter schmücken das Dach einer Laubhütte.
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Sukkot
- das Ernte- und Laubhüttenfest erinnert Jüdinnen und Juden an das Leben ihrer Vorfahren auf der Flucht aus Ägypten
epd-bild/Christopher Clem Franken
Morgengottesdienst am ersten Tag des Laubhüttenfestes (Sukkot) in den Räumen der Jüdischen Liberalen Gemeinde Köln. Die Torarolle wird gelesen. Zur Lesehilfe hat der Kantor einen Zeigestab (Jad), auch Torafinger oder Torazeiger genannt.

Sukkot ist das jüdische Laubhüttenfest. Es erinnert Jüdinnen und Juden an das Leben Ihrer Vorfahren während ihrer Flucht aus Ägypten. Die beschwerliche Reise führte sie einst durch die Wüste in ihr neues Zuhause, das "gelobte Land Kanaan". Heute heißt es Israel. Außerdem feiern viele Jüdinnen und Juden mit Sukkot ihr zweites Erntedankfest im Jahr.

Auf Sukkot bereiten sich jüdische Familien gut vor. In den Tagen vor dem Fest sammeln sie Äste, Zweige und Palmwedel, tragen Holzlatten, Planen oder Strohmatten herbei und bauen daraus eine Laubhütte. Sie heißt auf Hebräisch Sukka und gibt dem Fest seinen Namen.

Sukkot ist ein fröhliches Fest. Es beginnt am Vorabend mit einem Gottesdienst in der Synagoge. Anschließend ist die Familie in der Sukka. Dazu werden fröhliche Lieder gesungen. Es ist üblich, dass man an jedem Abend einen spirituellen Gast einlädt. Diese sind Abraham, Isaak, Jakob, Mose, Aaron, Josef und David. Natürlich sind auch richtige Gäste in der Sukka herzlich willkommen.

Ein Feststrauß aus 4 Pflanzenarten, einem Palmzweig, Myrtenzweigen, Zweigen von der Bachweide und eine Etrogfrucht symbolisieren das Volk Israel in seiner Unterschiedlichkeit. Dieser Strauß wird Lulav genannt. Er wird nach allen vier Himmelsrichtungen geschüttelt. Das bedeutet, dass alle Völker einmal zum Sukkotfest kommen werden.
Sach. 14,16 Und alle, die übrigbleiben aus all den Völkern, die gegen Jerusalem gezogen, die werden Jahr um Jahr heraufkommen, um den König, den Herrn der Heerscharen, anzubeten und das Laubhüttenfest zu feiern. 

Sieben Tage wird die Sukka zum Lebensmittelpunkt. In Israel lieben es besonders die Kinder, in der Sukka zu übernachten.