Es gab und gibt bis heute Umzüge, bei denen ein Feststrauß getragen und in alle Himmelsrichtungen geschwenkt wird. Auf Hebräisch heißen diese Umzüge hakafot. Allerdings finden sie nicht an Pessach statt, sondern an Sukkot, dem Laubhüttenfest. Sukkot ist im Herbst und nicht wie Pessach im Frühjahr.
Sukkot war schon immer - wie Pessach - ein Pilgerfest. Das heißt, Jüdinnen und Juden kamen von überallher nach Jerusalem, wo damals der jüdische Tempel stand. Sie trafen sich am Siloa-Becken und nutzen dieses als rituelles Reinigungsbad, die Mikwe. Den Siloa-Pool haben Archäologen übrigens ausgegraben und er kann heute in Jerusalem besichtigt werden.
Nach der Reinigung zogen die Pilgerinnen und Pilger die Feststräuße schwenkend zum Tempel hinauf. Auch diesen Weg gibt es immer noch. Danach pflegten die Priester während der Sukkottage im Tempel mit Jubelliedern um den Altar zu gehen und dabei die Feststräuße zu schwenken, wie die Pilger es im Hof taten.
Die Lieder der Priester begannen mit den Worten an G‘tt „Hilf doch“, auf Hebräisch „hoschana na". Deshalb heißen diese Gebete Hoschanot. Auch heute finden die Umzüge an Sukkot statt - nur nicht im Tempel, sondern in der Synagoge.