Hallo Moni. Ja, theoretisch konnten die Menschen im 15. und 16. Jahrhundert auch für Kinder und Babys Ablassbriefe kaufen. Es war aber unwahrscheinlich, schon allein, weil Kinder nur ganz selten etwas richtig Schlimmes tun, wogegen es einen Ablass bräuchte.
Ablass galt damals als Ausgleich für sündiges Verhalten. Wenn Menschen ihre schlimmen Taten einem Priester beichteten, sagte der die Vergebung der Schuld zu. Die Strafen für die Vergehen selbst blieben aber bestehen. Dagegen half nur ein Ablass, etwa gute Werke zu tun oder zu einem besonders heiligen Ort zu pilgern.
Geld statt Strafe
Die Menschen konnten aber auch Geld geben, um die Strafen für ihre Vergehen reduziert oder sogar ganz erlassen zu bekommen. So entstand ein regelrechter Handel, weil die Menschen für alle vorstellbaren Gelegenheiten zahlen sollten. Sie konnten zum Beispiel vorsorglich für ihren Todestag Ablassbriefe kaufen, für bereits Verstorbene oder für andere Menschen. Da die wenigsten Kinder eigenes Geld besaßen, hätten also auch Eltern für ihre Kinder Ablassbriefe bezahlen können.
Heutzutage geht das alles nicht mehr, weil es keinen Handel mit Ablassbriefen mehr gibt.
