Wie kam es zur Reformation?
Julia Wulf
16.01.2012 - 12:17

Den Anstoß zur Reformation gab Martin Luther. Er hielt viele Anweisungen des Papstes für falsch und konnte darüber in der Bibel auch nichts finden. Luthers Einwände führten zum Streit und dann zur Teilung in die evangelische und die katholische Kirche.

Martin Luther war im Mittelalter einer der wenigen Christen in Deutschland, die die Bibel selbst lesen konnten. Bis dahin gab es das Buch nur in hebräischer und griechischer Sprache. Viele Menschen mussten daher glauben, was die Pfarrer und Gelehrten ihnen aus der Bibel übersetzten oder erzählten.

Unter anderem ließ der Papst damals verbreiten, dass die Christen für jede Sünde nach dem Tod im Fegefeuer büßen müssen. Davor hatte jeder Angst. Nur wer Geld hatte, war gut dran. Denn der Papst verfasste teure Ablassbriefe. Den Käufern versprach er die Vergebung der Sünden. Nur wer reich war, hatte also eine Chance, sich von seinen Sünden zu befreien und dem Fegefeuer zu entkommen. Das Geld für Ablassbriefe sollte für die Kirche eingesetzt werden, z.B. für den Bau des Petersdoms.

Martin Luther fand das ungerecht und entdeckte in der Bibel keine Stelle, in der von Ablassbriefen zur Vergebung der Sünden die Rede war. Stattdessen las Luther, dass Gott den Menschen, die sich ihm anvertrauen, seine Liebe schenkt und ihnen die Sünden vergibt. Daher protestierte Luther gegen das Handeln des Papstes. Auch andere Dinge, die über den christlichen Glauben verbreitet wurden, hielt Luther für falsch.