Hallo Eva. Augustinus war ein christlicher Theologe und Bischof. Er lebte von 354 bis 430 nach Christus. Seine Gedanken prägen das Christentum bis heute.
Augustinus wollte zeigen, dass der Glaube an Gott vernünftig ist. Dafür dachte er über Wahrheiten nach, die sich nicht verändern. Ein Beispiel sind mathematische Regeln. Zwei und zwei ergeben immer vier. Das hängt nicht davon ab, was ein einzelner Mensch darüber denkt.
Menschen können solche Wahrheiten erkennen. Sie haben diese Wahrheiten aber nicht selbst erfunden. Außerdem ist der menschliche Verstand begrenzt und veränderlich. Die Wahrheit bleibt dagegen gültig.
Augustinus folgerte daraus: Es muss etwas geben, das über dem menschlichen Verstand steht. Dieses höchste und unveränderliche Wahre nennt er Gott. Gott ist für ihn die Grundlage aller Wahrheit.
Dieser Gedankengang wird manchmal als Gottesbeweis bezeichnet. Er ist jedoch kein Beweis wie in der Mathematik oder Naturwissenschaft. Menschen können fragen, ob aus unveränderlichen Wahrheiten wirklich auf Gott geschlossen werden muss. Augustinus zeigt vor allem einen möglichen Weg, anhand der menschlichen Vernunft über Gott nachzudenken.
