Jüdischer Grabstein mit Davidstern, auf dem viele kleine Steinchen liegen.
© epd-bild/Stefan Boness/Ipon
Was geschieht auf einem jüdischen Friedhof?
17.07.2013 - 16:15
Friedhof heißt auf Hebräisch „Bet Olam“. Auf jüdischen Friedhöfen gibt es nur Erdbegräbnisse. Verbrennungen sind verboten.
Auf dem Friedhof spricht der Rabbi Psalmen und das Kaddisch. Mit dem Gebet loben Juden Gott und sprechen ihm ihr Vertrauen dafür aus, dass er die Toten bei sich aufnimmt. Anschließend wird der Verstorbene immer in einem Holzsarg beerdigt. In der Bibel heißt es, dass der Körper des Menschen nach dem Tod wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückkehren soll. Juden glauben, dass damit der Erdboden gemeint ist. Dort kann der Körper wieder zu Erde werden und „ruhen“ bis zur Auferstehung der Toten.
Am Ende des Begräbnisses stellt sich die Trauergemeinde in zwei Reihen auf. Durch diese Gasse verlassen die engsten Angehörigen das Grab. Die anderen Trauernden sprechen Trostworte. Am Ausgang waschen sich alle die Hände, damit sie sich wieder dem Leben zuwenden können.
Einen Grabstein setzten viele Juden erst nach knapp einem Jahr. Unter dem Namen, dem Geburtstag und dem Todestag findest du auf den meisten Grabsteinen diese Zeichen: תנצבה. Das sind die hebräischen Buchstaben TaNZeWA. Die Abkürzung steht für den Bibelvers 1.Sam.25,29. Er heißt „Möge deine Seele eingebunden sein im Bündel des ewigen Lebens“. Eine solche Abkürzung nennt man Akronym.
Jüdische Gräber werden nicht mit Blumen bepflanzt. Sie werden auch selten besucht, damit die Toten in ihrer Ruhe nicht gestört werden. Kommt doch einmal ein Besucher, dann legt er häufig einen kleinen Stein auf den Grabstein. Das heißt „Ich war hier“.