Was ist Inklusivismus, Exklusivismus und Pluralismus?

Lina
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Hallo, Lina. Exklusivismus, Inklusivismus und Pluralismus sind Begriffe, mit denen Theologinnen und Theologen und Religionswissenschaftlerinnen und Religionswissenschaftler versuchen, zu beschreiben, wie sich die Religionen gegenseitig einschätzen. Dabei hängt alles an der Frage: „Wie viel von dem, was die anderen glauben, ist wahr?“

Exklusivismus

Exklusivismus kommt vom lateinischen Wort „excludere", was „ausschließen" bedeutet. Damit wird also gesagt, dass nichts von dem, was andere glauben, wahr sein kann. Das kann damit begründet sein, dass die anderen nach der eigenen Sicht an die falsche Göttin oder den falschen Gott glauben oder dass sie aus der eigenen Sicht falschen Prophetinnen oder Propheten folgen.

Inklusivismus

Inklusivismus bedeutet „einbeziehen" oder „einschließen" und kommt vom lateinischen Wort „includere". Wer inklusivistisch glaubt, ist davon überzeugt, dass die eigene Religion die Wahrheit besser erfasst hat, als die anderen. Trotzdem können Teile dessen, was andere glauben, richtig und wahr sein kann. So glauben Musliminnen und Muslime zum Beispiel an Jesus als Gesandten Gottes. Aus christlicher Sicht gäbe es damit einerseits eine Gemeinsamkeit, weil in beiden Religionen Jesus eine sehr wichtige Person ist. Andererseits hätten die Musliminnen und Muslime aus ihrer Sicht das Wichtigste, nämlich dass Jesus Gottes Sohn ist, nicht verstanden.

Pluralismus

Das Wort „pluralis" kommt ebenfalls aus dem Lateinischen und bedeutet „Mehrzahl". Pluralismus beschreibt die Überzeugung, dass keine Religion allein die Wahrheit für sich beanspruchen kann, sondern alle einen Teil davon verstehen und durch den Austausch unterschiedlicher Gläubiger alle dazulernen können.

Heute verwenden viele Theologinnen und Theologen diese drei Begriffe, um das Verhältnis verschiedener Religionen zueinander zu beschreiben. Dabei können die Anhängerinnen und Anhänger der Religionen selbst sehr unterschiedliche Ansichten zu den Religionen der anderen haben. Oft verstehen sich pluralistisch oder inklusivistisch denkende Menschen untereinander besser als mit den Exklusivistinnen und Exklusivisten innerhalb ihrer eigenen Religionsgemeinschaft.