Hallo Nino. Ein Osterreiter ist ein Reiter, der am Ostersonntag die Botschaft verkündet: Jesus ist auferstanden. Dies ist ein Brauch, den besonders katholische Sorbinnen und Sorben in der Oberlausitz in Sachsen pflegen. Sie sind eine slawische Minderheit in Ostdeutschland, haben eine eigene Sprache und bewahren viele alte Traditionen.
Der Osterritt hat eine lange Geschichte. Schon seit mehreren Jahrhunderten reiten sorbische Männer am Ostersonntag von Dorf zu Dorf. Ihr Prozessionszug folgt einer festen Ordnung. Die Reiter vorn tragen Fahnen und das Kreuz, danach folgen die Reiter paarweise. Sie tragen schwarze Mäntel, weiße Handschuhe und Zylinderhüte. Die Pferde sind mit Schleifen, Blumen und manchmal mit kunstvollen Stickereien geschmückt. Die Reiter singen Osterlieder und tragen Bibeltexte vor. Sie besuchen jeweils eine Nachbargemeinde und überbringen dort die Botschaft von der Auferstehung Jesu.
Mehr als nur Pferde
Der Osterritt ist nicht nur ein religiöses Ereignis, sondern auch ein wichtiges Zeichen der sorbischen Identität. Viele Menschen kommen an die Straßen, um zuzuschauen. So verbinden die Osterreiter Glauben, Tradition und Gemeinschaft.