Osterfestkreis

- erinnert daran, dass nach Trauer immer wieder Freude kommt
"Der Herr ist auferstanden!" steht mit Kreide geschrieben auf dem Boden
José Harvey/Fundus
„Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden!“ Das verkündet ein Engel den beiden Frauen, die zum Grab Jesu kommen. Und die Frauen rufen diese Freudenbotschaft den Jüngern zu: „Der Herr ist auferstanden!“ So lesen wir es im Lukas-Evangelium.
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Der Osterfestkreis ist eine besondere Zeit im Kirchenjahr. In dieser Zeit erinnern sich Christinnen und Christen an die letzten Tage im Leben von Jesus und feiern seine Auferstehung. Der Osterfestkreis erzählt also von Abschied und Trauer, aber auch von Hoffnung und neuer Freude. Zusammen mit dem Weihnachtsfestkreis gehört der Osterfestkreis zu den wichtigsten Festzeiten.

Während es an Weihnachten um die Geburt Jesu geht, erzählt der Osterfestkreis von seinem Leiden, seinem Tod und vom ewigen Leben. Solche Festzeiten helfen Menschen, wichtige Ereignisse in ihrem Leben nicht zu vergessen. Und sie geben dem Jahr eine Ordnung. Bestimmte Wochen laden dazu ein, nachzudenken, still zu werden, traurig zu sein zu dürfen und sich am Osterfest aber auch wieder über das Leben zu freuen.

Wann beginnt und wann endet der Osterfestkreis?

Der Osterfestkreis beginnt mit der Passionszeit, die auch Fastenzeit genannt wird. Sie dauert 40 Tage. Gezählt werden die Tage der sieben Wochen von Aschermittwoch bis Karsamstag, die Sonntage werden dabei nicht mitgerechnet. Die Zahl 40 erinnert an besondere Zeiten in der Bibel, zum Beispiel an die 40 Tage, die Jesus in der Wüste verbracht hat. Um in der Fastenzeit besonders gut über das eigene Leben nachdenken zu können, verzichten viele Christinnen und Christen bewusst auf Süßigkeiten, Fernsehen oder andere Dinge, die sie vom Nachdenken ablenken könnten.

Die letzte Woche vor Ostern, die Karwoche, erinnert an wichtige Tage in der Geschichte Jesu. Am Palmsonntag denken Christinnen und Christen daran, wie Jesus in Jerusalem empfangen wurde. Am Gründonnerstag erinnern sie sich an das letzte Abendmahl. Am Karfreitag denken sie an den Tod Jesu am Kreuz. Der Karsamstag ist ein stiller Tag der Trauer.

Ostersonntag ist der Höhepunkt im Osterfestkreis

Am Ostersonntag feiern Christinnen und Christen die Auferstehung Jesu. Das ist der Höhepunkt des Osterfestkreises. Die Freude geht aber noch weit über diesen Tag hinaus: Denn die Osterzeit dauert 50 Tage lang, bis zum Pfingstfest. An Pfingsten erinnern sich Christinnen und Christen dann daran, dass Gottes Geist bei den Menschen ist.