Scharia
– gibt im Koran Verhaltenshinweise
Sebastian Gerhard 01774565430
Im Koran und den Hadithen stehen Allahs Gebote, Verbote und Empfehlungen an die sich die Meschen halten sollen.
20.05.2013 - 18:26

Damit Muslime wissen, was gut und was schlecht ist oder was sie tun und was sie lassen sollen, hat Allah im Koran Regeln aufgestellt. Diese Regeln werden auf Arabisch auch Scharia genannt, was übersetzt in etwa „Weg zur Wasserquelle“ bedeutet.

So wie Wasser die Quelle für das Leben von Menschen, Tieren und Pflanzen ist, ist der Koran die Quelle des Glaubens an Allah. Die Scharia beschreibt dabei einen Weg im Koran, der zu Allah führt. Deswegen stehen in der Scharia praktisch alle religiösen und rechtlichen Haltungen, Gebote, Normen und Handlungen, die für ein Leben als religiöser Mensch im Islam wichtig sind, um den Weg zu Allah zu finden. Was genau zu einem gottgefälligen Leben gehört, steht in den beiden Hauptquellen im Islam. Der Koran und die Hadithe. Islamische Rechtsgelehrte untersuchen diese beiden Quellen und schreiben dann Regeln auf, die dann als Scharia bezeichnet werden.

Die Scharia kann in zwei große Bereiche unterteilt werden. 1. gottesdienstliche Handlungen, wie zum Beispiel das Gebet, das Fasten, aber auch Bekleidungs- und Speisegebote und vieles mehr. Und 2. geht es um Handlungen gegenüber Mitmenschen. Muslime sollten sich täglich darum bemühen, ihren Charakter zu verbessern, indem sie gute Handlungen beibehalten und schlechte Handlungen ablegen. Auch gegenüber der Schöpfung, also der Natur, sollten Muslime sich respekt- und rücksichtsvoll verhalten.

Weil islamische Rechtsgelehrte teilweise aber unterschiedliche Vorstellungen davon haben, wie die Gebote, Verbote und Empfehlungen, die im Koran und den Hadithen beschrieben werden, zu verstehen sind, haben sie auch unterschiedliche Vorstellung davon, was in der Scharia stehen sollte. Die Scharia ist also nicht, wie viele Menschen fälschlicherweise glauben, ein starres, feststehendes Gesetzbuch, sondern eine mögliche Perspektive auf die Gebote, Verbote und Empfehlungen, die im Koran und den Hadithen stehen.

Was der präzise Inhalt dieser Gebote, Verbote und Empfehlungen ist, oder auch, ob sie allgemein gültig sind, oder nur in besonderen Umständen, ob es noch weitere ähnliche Aussagen gibt, die die Regel präzisieren oder erweitern oder sogar abschwächen? All diese Fragen beantworten islamische Rechtsgelehrte nicht immer einheitlich. Insbesondere bei den beiden großen Richtungen im Islam, Sunniten und Schiiten, ist das sichtbar.

Viele islamische Rechtsgelehrte versuchen, nach einer Methode, die fiqh genannt wird, zu einer Meinung zu kommen und können auch akzeptieren, dass andere Meinungen neben der eigenen Gültigkeit haben können. Deshalb gibt es im Islam auch mehrere Rechtsschulen. Es gibt aber auch islamische Rechtsgelehrte, die ihre Meinung als die einzig gültige Meinung ansehen. Und weil es immer zu Diskussionen und Problemen kommt, wenn Menschen glauben, allein recht zu haben, kann es deswegen manchmal auch zu unfriedlichen oder sogar gewalttätigen Auseinandersetzungen kommen.

Zum Beispiel meinen manche dieser islamischen Rechtsgelehrten, dass die Strafen in der Scharia genauso vollstreckt werden müssen, wie sie im Koran beschrieben stehen. Obwohl die allermeisten islamischen Rechtsgelehrten in der Welt die Strafen, die im Koran beschrieben werden, im übertragenen Sinne verstehen, wird in den Medien der Begriff Scharia oft dann verwendet, wenn brutale Strafen im Namen der Scharia vollstreckt werden. Für die allermeisten islamischen Rechtsgelehrten ist die Scharia aber eine anpassungsfähige Perspektive auf die Gebote, Verbote und Empfehlungen, die im Koran und den Hadithen stehen und kein unveränderliches Gesetzbuch. Sie verstehen die beschriebenen Strafen nicht als Handlungsanweisung, die genauso zu vollstrecken seien, wie sie im Koran und den Hadithen stehen, sondern die geschilderten Strafen sollen zu verstehen geben, wie schlimm das begangene Vergehen war.