Zweites Vatikanisches Konzil

- eine Versammlung für die Zukunft der katholischen Kirche

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Bei den Treffen des Zweiten Vatikanischen Konzils in den Jahren von 1962 bis 1965 ging es um die Zukunft der katholischen Kirche. Mehr als 2.500 Bischöfe überlegten dabei zusammen mit dem Papst, wie die Kirche sich erneuern und damit besser zum Leben der Menschen passen kann.

Die Idee zum Konzil hatte Papst Johannes XXIII., denn seit der letzten großen Versammlung der Kirche beim Ersten Vatikanischen Konzil im Jahr 1870 war viel Zeit vergangen. Als Papst Johannes XXIII. 1963 starb, führte sein Nachfolger, Papst Paul VI., die Treffen fort.

Ergebnisse des Zweiten Vatikanischen Konzils

Die Erneuerung der katholischen Kirche sorgte für eine Stimmung des Aufbruchs in vielen Gemeinden und Bistümern auf der ganzen Welt. Überall probierten sie aus, wie die Kirche näher bei den Menschen sein kann. 

1983 erschien als Folge des Zweiten Vatikanischen Konzils ein neues kirchliches Gesetzbuch, das bis heute gilt. Es heißt „Codex des Kanonischen Rechtes".

Gottesdienste

Den Bischöfen war es wichtig, den katholischen Glauben verständlich zu erklären, ohne den „Kern des Glaubens" zu verändern. Eine große Neuerung war, dass Gottesdienste nicht mehr nur in lateinischer Sprache stattfanden, sondern in der Sprache der Menschen. 

Die Gemeinde sollte außerdem viel stärker in den Gottesdienst eingebunden werden. Die Priester trugen modernere Gewänder und der Altar wurde so aufgestellt, dass sich Priester und Gemeinde nun ansehen und zusammen feiern konnten.

Haltung der Kirche zu Themen der Welt

Die Kirche beschäftigte sich ab dem Konzil stärker mit dem modernen Leben der Menschen, forderte Menschenrechte, Frieden und Gerechtigkeit.


Dialog mit anderen Religionen

Vor dem Konzil hatte die katholische Kirche Andersdenkende oder nicht-katholische Gläubige oft verurteilt. Jetzt setzte sie sich für Religionsfreiheit ein und wollte ihre Beziehung zu anderen Religionen wie Judentum und Islam verbessern.

Judentum: Lange war es Teil der Lehre der katholischen Kirche, dass Jüdinnen und Juden Jesus getötet hätten und deshalb eine schwere Schuld auf ihnen liegt. Das Konzil erinnerte nun daran, dass Jesus selbst auch Jude gewesen ist. Es sagte: Die beiden Religionen haben eine gemeinsame Geschichte, die sie verbindet. Und: Eine Diskriminierung von Jüdinnen und Juden ist nicht in Ordnung.

Islam: Eine besondere Änderung war auch das neue Verhältnis zum Islam. Das Konzil sagte: Die gemeinsame Grundlage ist, dass Musliminnen und Muslime und Christinnen und Christen an denselben Gott glauben. Viele Jahre hat es Krieg und Konflikte zwischen Christentum und Islam gegeben. Die Vergangenheit sollte nun vergessen werden, damit sich beide Religionen gemeinsam für Gerechtigkeit, Frieden und Freiheit einsetzen konnten.

Ökumene

Auch innerhalb des Christentums sollte es mehr Einheit geben und keinen Streit mehr mit evangelischen und orthodoxen Glaubensgemeinschaften. Davor hatten sich die Kirchen stark voneinander abgegrenzt. Jetzt sahen sie, dass sie dabei Fehler gemacht hatten und es in Zukunft anders machen wollten: nämlich mehr miteinander sprechen und Gemeinsamkeiten suchen.

Sie einigten sich darauf, dass die Taufe die gemeinsame Grundlage aller Christinnen und Christen ist. Durch sie gelten die Gläubigen der christlichen Kirchen als Geschwister im Glauben und bilden eine große Gemeinschaft.

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