Mit dem jüdischen Feiertag Tu bi-Schwat oder auch „Neujahr der Bäume“ beginnt im Judentum das neue Jahr in der Landwirtschaft. Das ist wichtig auch für die Bäume, weil in der Tora steht: Die Früchte eines neu gepflanzten Baumes darfst du erst ab dem vierten Jahr essen. Tu bi-Schwat ist also der Tag, ab dem gezählt wird, wie alt ein Baum ist.
Jüdinnen und Juden feiern Tu bi-Schwat jedes Jahr am 15. Tag des jüdischen Monats Schwat. Während bei uns dann oft noch Winter ist, beginnt in Israel schon der Frühling. Viele Bäume fangen dort zu dieser Zeit an zu blühen. Deshalb pflanzen Kinder und Erwachsene in Israel an diesem Tag oft neue Bäume oder beschäftigen sich besonders mit Natur und Umweltschutz. Bäume sind dort sehr wichtig, weil ein großer Teil des Landes sehr trocken ist.
Zu Tu bi-Schwat gehören auch Früchte, die im Judentum eine besondere Bedeutung haben: Bei einem Festessen essen die Familien daher gemeinsam Früchte wie zum Beispiel Weintrauben, Feigen, Granatäpfel, Oliven und Datteln. Dieses Essen wird auch Seder genannt, das bedeutet Ordnung, weil das Mahl einem bestimmten Ablauf folgt. Manche Familien haben einen besonderen Sederteller, auf den sie die Früchte legen. Vor dem Essen der Früchte sprechen Jüdinnen und Juden einen Segensspruch und danken G'tt für die Früchte der Bäume und der Erde. So lernen schon Kinder: Die Natur ist kostbar und wir Menschen tragen Verantwortung für sie.