Tu bi-Schwat

- das Neujahrsfest der Bäume
Knospende Bäume zeigen erste Blüten.
Avnernagar/Pixabay
Viele Jüdinnen und Juden aus der ganzen Welt spenden an diesem Festtag Geld, damit in Israel Bäume gepflanzt werden können.

Tu bi-Schwat ist ein jüdischer Feiertag und wird „Neujahr der Bäume“ genannt. Mit diesem Tag beginnt im Judentum das neue „Jahr der Bäume“. Das bedeutet: Von diesem Datum an wird gezählt, wie alt ein Baum ist. Das ist wichtig für die Regeln der Tora, die bestimmen, wann Früchte gegessen und wie Ernten gezählt werden dürfen.

Tu bi-Schwat findet am 15. Tag des Monats Schwat statt. In Israel beginnt dann oft schon der Frühling: Die Landschaft wird grüner, Blumen wachsen, und Bäume bekommen Knospen, aus denen später Blätter, Blüten und im Sommer Früchte werden. Deshalb pflanzen viele Menschen an diesem Tag neue Bäume. Sie sind wichtig für das Leben der Menschen, weil sie Schatten spenden, Sauerstoff liefern, Früchte geben, Holz bereitstellen und Lebensräume für Tiere schaffen. Viele Jüdinnen und Juden sehen darin eine besondere Verantwortung: Wer Bäume pflanzt und schützt, sorgt auch für die Zukunft kommender Generationen.

Bildergalerie Tu biSchwat

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Mit Tu biSchwat beginnt für Jüdinnen und Juden das neue Erntejahr. Außerdem ehren sie mit dem Festtag die Obstbäume.

Lexikon Einträge

Jüdinnen und Juden, die außerhalb Israels leben, unterstützen Tu bi-Schwat oft, indem sie Geld für das Pflanzen neuer Bäume in Israel spenden oder Aktionen zum Schutz der Natur unterstützen. Manchmal werden auch Projekte in Gegenden gefördert, in denen Wälder durch Brände oder Zerstörung verloren gegangen sind.

Eine schöne Tradition an Tu bi-Schwat ist es, Früchte zu essen, die mit dem Land Israel verbunden sind, zum Beispiel Trauben, Feigen, Granatäpfel, Oliven und Datteln. An Tu bi-Schwat findet daher ein gemeinsames Essen statt, bei dem diese Früchte gegessen werden. Dieses Essen wird auch Seder genannt, da es einem bestimmten Ablauf folgt. Vor dem Essen der Früchte auf dem Seder sprechen Jüdinnen und Juden einen Segensspruch und danken G'tt für die Früchte der Erde. So lernen schon Kinder: Die Natur ist kostbar und wir Menschen tragen Verantwortung für sie.

In der jüdischen Tradition gibt es außerdem eine wichtige Regel: Die Früchte eines Baumes dürfen in den ersten drei Jahren nach seiner Pflanzung nicht gegessen werden. Diese Früchte heißen „Orla“. Erst danach dürfen die Früchte genutzt werden. Diese Regel stammt aus der Tora und gilt bis heute.

So erinnert Tu bi-Schwat daran, wie wichtig Bäume, Natur und Verantwortung für die Umwelt sind und daran, dankbar für das zu sein, was wächst.

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