Ein jüdischer Junge mit einer schwarzen Kippa auf dem Kopf hat ein Gebetbuch in der Hand und betet.
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Gebete im Judentum
- Was sprechen Juden zu Gott?
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Viele Juden treffen sich zum Gebet in der Synagoge.
18.04.2013 - 15:07

Juden kennen verschiedene Arten von Gebeten. So ist für die Alltagsgebete, das Schabbatgebet und das Gebet zum Festtag Jom-Kippur nur eine Zeitspanne vorgegeben. Inhalt und Text sind völlig frei. Anders ist es zum Teil bei Gebeten für Segnungen, für besondere Anlässe und natürlich für das Glaubensbekenntnis.

Das wichtigste Gebet im Judentum ist das Glaubensbekenntnis der Religion, das Schma Jisrael. Das bedeutet „Höre, Israel!“ Es ist nicht besonders lang und wird vielen anderen Gebeten noch hinzu gefügt.

Das Morgengebet heißt auf Hebräisch Schacharit. Das bedeutet Morgengrauen. Das Schacharit soll zwischen dem Morgengrauen und der Mittagszeit verrichtet werden, wenn die Sonne am höchsten steht.

Das Mittagsgebet heißt Mincha, übersetzt in etwa „das hinzulegende Mittagsopfer“. Gebetet wird es ab dem Höchststand der Sonne bis zum Sonnenuntergang.

Das Abendgebet heißt Ma'ariw. Das bedeutet „das Durchmischte“ oder „nicht mehr hell und noch nicht dunkel“. Die Gebetszeit für das Ma'ariw reicht vom Einbruch der Dunkelheit bis Mitternacht.
Der Inhalt, Text und Ort der „Alltagsgebete“ sind nicht vorgeschrieben.

Das Schabbatgebet heißt Mussaf, übersetzt „Zusatz“. Juden sprechen es in der Synagoge im Anschluss an das Morgengebet.

Zu Jom Kippur gehört die fünfte Gebetszeit. Sie heißt Ne'ila. Das bedeutet „Abschluss“. Mit der Ne’ila beenden viele Juden in der Synagoge den Festtag Jom Kippur und das Fasten.

Das Kaddisch, das Schmone Ésre und das Glaubensbekenntnis Schma Jisrael enthalten besondere Segnungen und die Heiligung Gottes. Sie sind daher besonders wichtige Gebete im Judentum. Das Schmone Ésre heißt auch Amida oder Achtzehnbittengebet.
Das Kaddisch ist auch ein Totengebet. Für Kranke gibt es ebenfalls ein spezielles Gebet. Das

Mit dem Gebet Hallel loben und preisen Juden Gott. Es besteht aus den Psalmen 113 bis 118 und wird an bestimmten Feiertagen und an jedem Neumond gebetet. Der Name Hallel erinnert an das Wort Halleluja. Das heißt übersetzt: Preiset Gott!

Viele Juden sprechen außerdem Danksagungen und Segenssprüche vor dem Essen und in vielen anderen Lebenssituationen, zum Beispiel beim Anblick eines Regenbogens oder beim Tragen neuer Kleider, vor einer Reise oder wenn sie einer Gefahr entkommen sind. Auf diese Weise leben sie ständig bewusst mit Gott.

Und darüber hinaus gibt es im Judentum auch eigene Gebete für den Staat Israel und für die eigene Gemeinde. In manchen Ländern beten Juden sogar für das Wohl des Staates, in dem sie leben, und auch für dessen Staatshäupter, Könige oder Königinnen. Das war bis zur Ermordung von 6 Millionen Juden im Dritten Reich auch in Deutschland üblich. Diese Katastrophe heißt Schoah oder Holocaust.

 

Eure Fragen zu Gebeten im Judentum


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