Tisch mit Sederplatte, Kidduschbecher und Kerzenleuchter für den Sederabend vor Pessach.
© Debora Lapide
Sedermahl
- Speisen erinnern an den Auszug aus Ägypten
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Symbolische Speisen auf einem Sederteller.
25.06.2012 - 16:33
Am Sederabend, dem Vorabend von Pessach, essen jüdische Familien während der Sederlitugie Speisen vom Sederteller oder von der Sederplatte. Darauf erinnert jede Speise an ein Ereignis während der Sklaverei in Ägypten:
  • Karpas ist Petersilie oder ein anderes  erdnahes Kraut, z.B. auch Kartoffel, Radieschen oder Sellerie. Es soll wegen an den Frühling erinnern. Die Kinder am Tisch werden neugierig und angeregt, Fragen zum Sedermahl stellen, da dieses Grünkraut ohne Segensspruch gegessen wird. Hiermit beginnt das Sedermahl.
  • Salzwasser steht für die Tränen, die die Israeliten in Ägypten vergossen haben. Während der Zeremonie wird Karpas in das Salzwasser getunkt.
  • Mazza ist das Brot der Armut und erinnert an die Eile der Kinder Israel beim Auszug aus Ägypten.
  • Maror oder Chaseret sind bittere Kräuter wie frisch geriebener Meerrettich, Chicorée- oder Endiviensalatblätter. Sie erinnern daran, wie bitter und schwer das Leben in der Sklaverei in Ägypten war.
  • Charoset ist eine Mischung aus Wein, Äpfeln und Nüssen. Sie erinnert an den Lehm für die Ziegelsteine, die die Juden in Ägypten herstellen mussten.
  • Bejza ist ein hart gekochtes Ei. Es erinnert an ein spezielles Zusatzopfer, das für die Wallfahrtsfeste im Tempel gebracht wurde.
  • Seroa ist ein angebratener Knochen. Er erinnert an das Lamm als Pessachopfer in der Pessachnacht.

Nach dieser Zeremonie gibt es ein festliches Essen aus Suppe, Salaten, Fleisch, Gemüse und Nachtisch. Mit dem Tischgebet nach dem Essen, dem Singen des Hallel (die Psalmen 113-118) und einigen Pessachliedern geht der Abend zu Ende.