Sederabend
- läutet das Pessach-Fest ein
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Die jüdischen Familien sitzen am ersten und zweiten Abend des Pessach-Festes gemeinsam am Sedertisch.

Am Abend vor Pessach wird in jüdischen Familien gemeinsam der Sederabend gefeiert. Das hebräische Wort Seder bedeutet „Ordnung“ und verrät, dass der Ablauf des Abends nach einer festgelegten Ordnung abläuft. Sie gibt aber noch Raum für Geschichten und Lieder.

Die Anleitung für den Sederabend steht in der Haggada. Sie enthält unter anderem die Geschichte vom Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. Das Wort Haggada bedeutet „Erzählung“. Mit dem gemeinsamen Lesen dieser Geschichte beginnt der Sederabend. Sie bildet die Antwort auf 4 Fragen, welche die Kinder singen.  Jedes Familienmitglied sollte ein eigenes Exemplar der Haggada vor sich liegen haben. Auf die Geschichte folgen Lieder und Gebete, dann das festliche Sedermahl aus Suppe, Salaten, Fleisch, Gemüse und Nachtisch. Erwachsene trinken an bestimmten Stellen des Sederabends vier Becher Wein. Sie erinnern an die vier Versprechen Gottes.

  • Ich (…) will euch wegführen von den Lasten, die euch die Ägypter auflegen.
  • (…) und ich will euch erretten von eurem Frondienst.
  • (…) ich will euch erlösen mit ausgestrecktem Arm und durch große Gerichte.
  • Ich will euch annehmen zu meinem Volk.

(Schmot = Exodus = 2. Mos. 6,5-7)

Die Kinder haben am Sederabend eine ebenfalls eine Aufgabe. Sie sollen möglichst viele Fragen zur Geschichte ihres Volkes stellen, damit sie sie immer besser kennenlernen und immer besser verstehen. Der ganze Abend ist ein Abend für die Kinder. Sie sollen nicht müde werden und erst spät ins Bett gehen. Deshalb dürfen sie Beiträge leisten z.B. durch kleine Theaterspiele oder Ratespiele. Durch die Begeisterung der Kinder wird die Erzählung vom Auszug aus Ägypten in den nächsten Generationen weitergegeben.