Ein Kreuz vor blauem Himmel

Wie feiern jüdische Familien Chanukka?

Drei Kinder hinter einer Fensterscheibe, die Krapfen essen. Daneben steht ein Chanukka-Leuchter mit bunten Kerzen.
fotolia - © araraadt
Chanukka gehört zu den jüdischen Halbfeiertagen, die nur im Talmud erwähnt werden. Diese Festtage sind ganz normale Schul- und Arbeitstage. Gefeiert wird vorher und vor allem nachher.

Das Fest dauert acht Tage. Die Zahl erinnert an die Dauer des Lichtwunders bei der Wiedereinweihung des zweiten Tempels. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Chanukkia. Der Leuchter hat acht Kerzen. Die neunte in der Mitte zählt als Dienerkerze, an der die anderen Kerzen entzündet werden.

An jedem Chanukka-Morgen sprechen Juden in der Synagoge besondere Gebete und lesen aus der Tora besondere Stellen vor. Sie handeln von der Einweihung der Stiftshütte durch Mose und berichten über die Rückeroberung des zweiten Tempels. Die Stiftshütte war die Vorgängerin der beiden jüdischen Tempel in Jerusalem. Auch am Schabbat während der Chanukkatage gibt es besondere Einfügungen in die Gebete, die das Wirken Gottes bedenken und dafür danken.

Tagsüber gehen die Kinder zur Schule und die Erwachsenen ihrer Arbeit nach. Erst nach Einbruch der Dunkelheit treffen sich Familie und Freunde zum Feiern. Jeder hat seine eigene Chanukkia. Beim Anzünden der Kerzen spricht die Familie einen Dankes- und Segensspruch. Die Lichter sollen mindestens eine halbe Stunde lang brennen. In dieser Zeit darf niemand arbeiten. Selbst die Flammen der Kerzen dürfen keine Aufgabe erfüllen. Zum Lesen braucht man daher auch elektrisches Licht. Zum Fest gehört das Lied „Ma’os Zur“. Es erzählt über Israels Geschichte und heißt übersetzt „Starker Fels“.

Auf dem Tisch stehen an diesem Tag Kartoffelpuffer, Pfannkuchen, Kreppel oder andere in Öl gebratene oder frittierte Speisen. Auch hier erinnert das Öl an das Lichtwunder des zweiten Tempels.

Nach dem Essen spielen viele Kinder mit dem Dreidel um Süßigkeiten. Der kleine Kreisel hat vier Seiten. Auf jeder von ihnen steht in hebräischer Schrift ein Anfangsbuchstabe für die Worte des Satzes „Ein großes Wunder geschah hier“ oder „Ein großes Wunder geschah dort“ - je nachdem, ob mit dem Dreidel in Israel oder in einem anderen Land gespielt werden soll.

An jedem der acht Chanukka-Tage wird eine Kerze mehr angezündet als am Vortag. Erst am Ende der Chanukka-Zeit leuchten alle Lichter. Damit sich viele Menschen an das Lichtwunder und an Gottes Anwesenheit erinnern, stellen viele Juden ihre Chanukkia in ihre Fensterbänke und Hauseingänge. Damit bezeugen sie ihren Glauben, ihr Vertrauen in Gott und häufig auch ihren Stolz, Juden zu sein. Das erfordert außerhalb von Israel oft viel Mut.

In Israel laden jüdische Gemeinden und Kibbuzim oft zu großen Chanukka-Feiern ein. Auch dort spielen, rätseln und essen alle gemeinsam - und entzünden die Kerzen. Einige jüdische Gemeinden in Deutschland haben diese Tradition übernommen. In manchen deutschen Städten gibt es inzwischen auch Chanukka-Leuchter und -Feiern auf öffentlichen Plätzen.
Wie feiern jüdische Familien Chanukka?
Judentum
Frage: Rotschopf  //  Antwort: Jane Baer-Krause, Debora und Yuval Lapide
 
Bildnachweise 

Kommentare

Sehr gut formuliert!

Schön formuliert. - Toni

Gute Seite. - Irgendwer

Ich finde das auch. - Sven

Hallo Sven, danke für das Lob - das freut uns :-) Barbara

Sehr gut formuliert. - sau nice 123

Toll. - anonym

An alle: Vielen Dank für das Lob! Aber nun ist es oft genug geschrieben worden. ;-) Jane

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