Wie genau hat sich das Christentum verbreitet?
28.09.2015 - 18:14
Das Christentum entwickelte sich langsam aus dem Judentum. Zuerst verbreiteten die Apostel die Botschaft von Jesus im heutigen Israel. Das gehörte damals zum römischen Reich, das zu jener Zeit riesig war. Alle Länder rund um das Mittelmeer und viele weitere gehörten dazu, sogar England, der Süden von Deutschland und die Türkei. 
Später erzählten Wandermönche den Menschen in anderen Ländern Europas von dem neuen Glauben. In anderen Kontinenten erfuhren die Menschen erst mehrere hundert Jahre später davon, als die ersten Schiffe aus Europa den Ozean überquerten und alle Erdteile miteinander in Kontakt brachten.

Zuerst trafen sich in großen Städten viele Gruppen von Menschen, um miteinander an Jesus zu denken und an das, was er gesagt und getan hatte. Mit der Zeit wurden die Gruppen immer größer. Die größten christlichen Gemeinden gab es damals in Jerusalem und Rom und in Konstantinopel, Antiochia und Alexandria. Konstantinopel heißt heute Istanbul und liegt wie Antiochia in der heutigen Türkei, Alexandria ist eine Stadt in Ägypten.

Irgendwann hießen die Anhänger von Jesus „Christen“. Am Anfang wurden sie verfolgt. Doch nach rund 300 Jahren erlaubte der römische Kaiser Konstantin die neue Religion. Wenige Jahrzehnte später wurde das Christentum sogar zur offiziellen Religion des gesamten römischen Reiches.
Von dort aus gingen viele Mönche auf Wanderschaft. Sie zogen aus, um Menschen in anderen Länden für den neuen Glauben zu begeistern. Einige Jahrhunderte später brachten Europäer das Christentum mit Schiffen über das Meer auch nach Amerika und Afrika.

Leider ging es bei der Verbreitung des Christentums häufig nicht friedlich zu. Viele Menschen wurden sogar mit Gewalt dazu gezwungen, sich taufen zu lassen und Christen zu werden. Das war ganz und gar nicht christlich.