Beschneidung bei Mädchen
- verletzt Körper und Seele und ist streng verboten
epd-bild/Rolf Zöllner
Demonstration gegen Beschneidung mit Schildern auf denen geschrieben steht: "Mein Körper gehört mir!"
01.08.2012 - 14:54

Eine Beschneidung ist immer ein Eingriff in den Körper. Bei Mädchen und Frauen ist sie sogar eine gefährliche Körperverletzung und für jede betroffene Frau eine Verstümmelung mit schlimmen Folgen für den Körper und die Seele. Daher ist sie in allen Religionen und fast allen Ländern der Welt verboten. Wo sie dennoch stattfindet, hat diese Tradition mit Religion nichts zu tun. Sie wurde vor sehr langer Zeit von Männern eingeführt, die damit verhindern wollten, dass sich die Frauen wie sie selbst nach körperlicher Liebe sehnen und ihnen vielleicht untreu werden.

Bei Mädchen und Frauen gibt es verschiedene Formen der Beschneidung. Manchmal werden die Vulvalippen entfernt, manchmal der von außen sichtbare Teil der Klitoris und manchmal beides. Die Klitoris wird auch Kitzler genannt, weil er bei Berührungen schöne Gefühle weckt. Ohne Klitoris empfindet eine Frau beim Sex körperlich viel weniger oder gar nichts.

Die Beschneidung wirkt sich daher lebenslang auf die Gefühle und auf das Zusammenleben mit einem Partner oder einer Partnerin aus. Außerdem verletzt er die Würde der betroffenen Mädchen und Frauen. Daher verurteilen und bekämpfen Gesundheits- und Menschenrechtsorganisationen Beschneidungen bei Mädchen und Frauen weltweit. Fast überall ist der Eingriff bei Mädchen und Frauen inzwischen auch gesetzlich streng verboten.

Trotzdem findet er in vielen Ländern heimlich statt. Oft mit schlimmen Folgen, denn Krankenhäuser und Arztpraxen lehnen die Beschneidung von Frauen fast überall ab. Daher werden die betroffenen Mädchen und Frauen häufig ohne Betäubung in unreinen Räumen verstümmelt. Das führt nicht selten dazu, dass Keime in die Wunde gelangen und sich diese entzündet. Manche Frauen geraten so in  Lebensgefahr oder sterben sogar an den Folgen der Beschneidung.