Gruppenbild einer indischen Familie.
© Rosa Löw und Ruth Wadenpohl
Ehe und Familie im Hinduismus
- selten eine gleichberechtigte Partnerschaft
Rosa Löw und Ruth Wadenpohl
Tradionell kümmern sich die Frauen in Hindu-Familien meistens um den Haushalt und die Kinder. Die Männer gehen arbeiten, um Geld für die Familie zu verdienen.
19.11.2015 - 19:07

Hindus leben in der Ehe nur sehr selten gleichberechtigt. Nach alter Tradition wählen auch heute noch viele Hindu-Eltern die Ehepartner für ihre Kinder aus. Sie müssen immer dem selben Stand angehören. Eine Frau und ein Mann aus unterschiedlichen Kasten dürfen in der Regel nicht heiraten. Es gibt aber schon Ausnahmen.

Bei der Auswahl der Ehepartner für ihre Kinder achten Hindu-Eltern auf etliche Dinge. Dazu gehören zum Beispiel die Horoskope von Braut und Bräutigam, der Beruf und das Einkommen des Mannes und die Mitgift der Frau.

Vor allem in Indien und anderen Ländern in Asien haben Frauen und Männer nach alter Tradition unterschiedliche Aufgaben in der Ehe. In der Regel verdient der Mann allein den Lebensunterhalt. Die Frau kümmert sich um den Haushalt und um die Kinder.

Wenn eine Ehefrau ihren Aufgaben nicht nachkommt, darf ihr Ehemann sie verlassen. Das ist manchmal lebensgefährlich, denn ohne ihren Mann haben viele Frauen kein Geld, nichts zu Essen und kein Dach über dem Kopf. Selbst verdienen dürfen sie oft nichts. Auch der Tod des Ehemannes ist für viele Hindu-Frauen eine Katastrophe. Ohne die Unterstützung von Familienmitgliedern hat manch eine Hindu-Witwe auch heute noch kaum eine Überlebenschance. Das gilt vor allem in Indien auf dem Lande. In modernen Großstädten und in westlichen Ländern leben Hindu-Frauen inzwischen eigenständiger.
 

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