Der Johannistag, auch nur Johanni, Johannisfest und Johannestag genannt, erinnert Christen an Johannes den Täufer. Am Johannistag gibt es dem Brauch, dass Mädchen einen Kranz aus Kräutern und Blumen flechten und auf dem Kopf tragen..
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Johanni
- steht für Wendepunkte in der Natur und in der Religion
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Johannes der Täufer war für Christen ein Prophet und Heiliger und hatte vermutlich am 24. Juni Geburtstag.
07.03.2014 - 13:29

Der Johannistag, auch nur Johanni, Johannisfest und Johannestag genannt, steht für zwei Wendpunkte. Kurz nach der Sommersonnenwende beginnt ein Umschwung in der Natur. Das erinnert Christinnen und Christen auch an Johannes den Täufer. Er war für sie ein Prophet und Heiliger und hatte vermutlich am 24. Juni Geburtstag. Vor rund 2000 Jahren kündigte er die Ankunft von Jesus als Messias an und taufte ihn später im Fluss Jordan. Als Wegbereiter für das Christentum änderte Johannes sogar in der Geschichte der gesamten Menschheit vieles.

Bräuche zum Johannistag

Fällt Johanni auf einen Wochentag, wird der Johanni-Gottesdienst auf den nächsten Sonntag verschoben. Dennoch ist der 24. Juni nicht nur für manche Christinnen und Christen ein besonderer Tag - vor allem in Estland, Lettland und manchen Regionen, Kindergärten und Schulen Deutschlands. Dort binden Jungen und Mädchen Haarkränze aus Blumen und Kräutern, backen gemeinsam Johannisbrot und schmücken den Hof oder Garten mit Blumen und Girlanden. Am Nachmittag feiern alle gemeinsam ein Sommerfest mit vielen Liedern und Spielen. Oft sind dazu auch die Freundinnen, Freunde und Familien eingeladen.

Johannisfeuer und ihre Bedeutung

Bräuche zur Sommersonnenwende gab es schon lange vor dem Christentum. Viele hat die Kirche übernommen und nach dem Täufer Johannes benannt. Zum Beispiel war es schon vor Jahrtausenden an vielen Orten üblich, am Johannistag brennende Räder von Bergen und Hügeln hinab ins Tal rollen zu lassen. Ein Überbleibsel ist das Johannifeuer. Auf die beliebte Tradition in vielen Kirchengemeinden, Schulen und Kommunen freuen sich nicht nur Christinnen und Christen. Alle Besucherinnen und Besucher singen, tanzen und feiern am Abend im Schein der Flammen. Manche denken dabei an den steten Wechsel in der Natur, andere erinnert der Blick ins Licht an Jesus Christus und Johannes, den Täufer.
Besonders mutige Kinder und Jugendliche fiebern dem Ende entgegen. Dann springen sie oft ü̈ber die langsam verlöschenden Flammen hinweg.

Nach Johannes dem Täufer, sind übrigens nicht nur der Johannistag und viele Kinder und Kirchen benannt. Auch Tiere, Pflanzen und Dinge tragen seinen Namen - zum Beispiel der Johannikäfer, die Johannisbeere, das Johanniskraut und das Johannisbrot.