Blick auf den Toraschrein der Synagoge in Marburg.
© Barbara Wolf-Krause
Toraschrein
- die "Heilige Lade" für die Torarrollen
Barbara Wolf-Krause
Die Botschaft Gottes steht auf einer Torarolle und wird im Toraschrein aufbewahrt.
10.06.2012 - 20:39
In jeder Synagoge steht ein Toraschrein. In diesem Schrank bewahren Juden die Torarollen auf. Die Tora enthält für Juden die Botschaft Gottes und ist daher der heiligste Gegenstand im Judentum.

Der Toraschrein erinnert an die Bundeslade mit den Zehn Geboten. Daher heißt er auch "Heilige Lade". Die Bundeslade trug das Volk Israel einst durch die Wüste. Juden glauben, das dies im Auftrag Gottes geschah und die Menschen immer daran erinnern soll, dass Gott in ihrer Mitte wohnt. 
 
Der Urvater Abraham soll weit im Osten in Ur in Chaldäa gelebt haben. Dort entstand das Judentum. Aus dem Osten kommen am Morgen auch das Licht und damit der Anfang eines neuen Tages. Juden und Christen verbinden mit dieser Himmelsrichtung den Beginn der Schöpfung. Aus diesem Grund steht der Toraschrein in jeder Synagoge etwas erhöht in einer Nische, die nach Osten zeigt. Juden nennen diese Richtung Misrach. Sie verbinden damit auch den Tempelberg in Jerusalem, obwohl er von Deutschland aus eigentlich im Südosten liegt. Manche Juden markieren die Richtung in ihren Wohnungen mit kleinen Tafeln oder Stickereien.

Vor dem Toraschrein in der Synagoge hängt ein Vorhang. Er wird oft von Gemeindemitgliedern gespendet, die damit an einen Verstorbenen oder an die von den Nazis ermordeten Juden erinnern wollen. Viele dieser Vorhänge sind aus Samt genäht und in hebräischer Schrift mit einem Vers aus der Tora und mit den Namen der Toten bestickt. Die Farbe wählt der Spender selbst. Nur zum jüdischen Neujahrsfest hängt stets ein weißer Vorhang vor dem Schrein.

Über der Heiligen Lade brennt ein Ewiges Licht. Diese Kerze erinnert an den siebenarmigen Leuchter im Tempel von Jerusalem. Er war der Vorgänger der Synagogen. Der Leuchter heißt auf hebräisch Menora.
 

Eure Fragen zum Toraschrein