Tu biSchwat
- das Neujahrsfest der Bäume
Avnernagar/Pixabay
Viele Juden aus der ganzen Welt spenden an diesem Festtag Geld, damit in Israel Bäume gepflanzt werden können.
31.01.2013 - 15:52

Tu biSchwat ist ein kleiner Feiertag und wird auch Neujahrsfest der Bäume genannt. Mit Tu biSchwat beginnt für Jüdinnen und Juden das neue Erntejahr. Außerdem ehren sie mit dem Fest die Obstbäume, an denen in dieser Jahreszeit gerade die ersten Knospen zu sehen sind. In Israel beginnt der Frühling nämlich schon im Januar, wenn bei uns noch Schnee liegt. Das ist die optimale Zeit zum Anpflanzen.

In Israel werden an diesem Tag von Kindern und Erwachsenen junge Bäume gepflanzt. Die Gedanken des Umweltschutzes spielen heute dafür eine wichtige Rolle. Israel ist ein sehr trockenes Land, in dem Bäume eine lebensnotwendige Bedeutung haben. Wälder müssen deswegen extra angelegt und gepflegt werden, weil es nur sehr wenig Wasser gibt. Diese Wichtigkeit wird bereits kleinen Kindern vermittelt.

Jüdinnen und Juden, die im Ausland leben, spenden zu Tu biSchwat oft Geld für den Anbau von Bäumen in Israel. Außerdem werden auch Baumspenden in Regionen geschickt, die einen schlimmen Waldbrand oder Zerstörung erlebt haben.

Eine weitere Tradition besagt, dass an diesem Tag sieben verschiedene Früchte gegessen werden sollen, die an Israel erinnern. Die Tora spricht dabei von Weizen, Gerste, Weintrauben, Feigen, Granatäpfeln, Oliven und Datteln.

Es ist allerdings verboten, Früchte von Bäumen während der ersten drei Jahre nach ihrer Anpflanzung zu essen. Die Früchte dieser jungen Bäume werden Orla-Früchte genannt. Erst wenn ein Baum vier Jahre alt ist oder seine Früchte nach Tu biSchwat im dritten Jahr reif werden, dürfen sie gegessen werden. Diese Regel gilt bis heute und hat sich, obwohl sie nicht in der Tora steht, in den vergangenen Jahrhunderten zu einer Tradition entwickelt. 

Der Feiertag Tu biSchwat hat also auch eine ganz praktische Bedeutung: Die Menschen wissen, ab wann eine Frucht gegessen werden darf. Diese Regel betrifft in Israel alle Bäume und im Ausland die Weinberge. 

 

Der Feiertag fällt auf den 15. des Monats Schwat, denn die zwei hebräischen Buchstaben tet  טund waw ו bilden die Zahl 15.

Nicht nur für Kinder wird ein Tu biSchwat-Seder gefeiert, an dem man unterschiedliche Früchte isst. Damit ist die Möglichkeit gegeben, verschiedene Segenssprüche zu sagen. So z.B. für Früchte von Bäumen:
Gepriesen seist du, Ewiger, unser Gott; König der Welt, dass Du die Frucht des Baumes geschaffen hast.

Vor dem Essen von Früchte von Sträuchern, die als erdnah gelten, sagt man:
Gepriesen seist du, Ewiger, unser Gott; König der Welt, dass Du die Frucht der Erde geschaffen hast.

Vor dem Genuss von Weintrauben sagt man:
Gepriesen seist du, Ewiger, unser Gott; König der Welt, dass Du die Frucht des Weinstocks geschaffen hast.

Vor dem Genuss von Getreide, das nicht zu Brot, sondern zu Kuchen o.ä. verarbeitet wurde, sagt man:
Gepriesen seist du, Ewiger, unser Gott; König der Welt, dass Du die verschiedene Arten geschaffen hast.

Bei einer Feier mit solch unterschiedlichen Genüssen können Jüdinnen und Juden vielfältig ihren Dank ausdrücken.