Jiddisch

Jiddische Vokabeln sind zum Beispiel Schlamassel = Unglück
© Grafik: Jane Baer-Krause
- entstand in Deutschland
Zwei Hände halten ein sehr altes Blatt, an den Rändern wie verkohlt, mit Schriftzeichen beschrieben.
epd-bild/Elisabeth von Pölnitz-Eisfeld
Jiddisch wird mit hebräischen Schriftzeichen geschrieben
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Jiddisch ist eine Sprache, die in Deutschland ab dem frühen Mittelalter entstand. Für Jüdinnen und Juden in Deutschland war West-Jiddisch die Alltagssprache, in osteuropäischen Ländern Ost-Jiddisch. Beide Sprachen unterscheiden sich im Detail. 

Jüdinnen und Juden lebten zwar meist in eigenen Vierteln, nahmen in ihre Sprache jedoch viele Wörter ihrer Umgebungskultur auf, was in Deutschland natürlich andere sind als in anderen Ländern. Beide Sprachen gibt es auch heute noch und sie werden in jüdischen Gemeinden vor allem in den USA und in Israel aber auch in europäischen Ländern gesprochen.

Jiddisch in Deutschland ist eine Schmelzsprache

Das in Deutschland gesprochene West-Jiddisch wird auch Schmelzsprache genannt weil deutsche Wörter aus dem Mittelalter und hebräische Ausdrücke und Wörter miteinander verschmelzen und Jiddisch als eigene Sprache bilden. Als Buchstaben werden die Buchstaben des Hebräisch verwendet, zum Teil später auch die lateinischen Buchstaben. 

Für die meisten Jüdinnen und Juden in Deutschland war Jiddisch bis vor der Schoa die Muttersprache. Sie unterhielten sich auf Jiddisch und alle Bücher und Texte des Alltags wie Beschriftungen an Geschäften, auf Rechnungen und auch Tagebücher waren auf Jiddisch. Es gab Übersetzungen von Tora und Tanach aus dem Hebräischen ins Jiddische, auch wenn die Sprache in der Synagoge immer Hebräisch war. Und in den Schulen wurden jüdische Kinder in Deutschland in Jiddisch unterrichtet.

Jiddische Worte im Deutschen

Auch die deutsche Umgebung übernahm viele Wörter ihrer jüdischen Nachbarn. Etliche Worte aus der deutschen Umgangssprache stammen bis heute aus dem Jiddischen. Kennst du beispielsweise das Wort Schlamassel? "Massel haben" steht im Jiddischen für das etwas, das gut läuft - "Schlamassel" für das Gegenteil. Selbst im Jiddischen direkt aus dem Hebräisch übernommene Begriffe wie, dass etwas nicht koscher ist, begegnen einem bis heute häufig im Deutschen und auch in anderen Sprachen.

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