Rabbiner Julian Chaim Soussan vor der neuen Synagoge in Mainz.
© epd-bild/Andrea Enderlein
Berufe und Ämter im Judentum
epd-bild/Andrea Enderlein
Ursprünglich ist das Amt des Rabbis den Männern vorbehalten. In liberalen jüdischen Gemeinden gibt inzwischen aber auch Rabbinerinnen.
29.11.2013 - 12:41

Der Rabbi hat die wichtigsten Aufgaben in der jüdischen Glaubensgemeinschaft. Typische jüdische Berufe oder Aufgaben haben außerdem der Toraschreiber, der Chasan, der Mohel, der Schochet und der Maschglach.

Der Rabbi hat lange die Tora und den Talmud studiert. Er berät die Gemeinde in allen religiösen Fragen und in Rechtsangelegenheiten. Zu seinen Aufgaben zählen auch die Seelsorge, Trauungen, Beerdigungen und vor allem der Unterricht im Judentum. Wenn ein Nichtjude zum Judentum übertreten möchte, dann prüfen ihn sogar drei Rabbiner, bevor sie ihn ins Judentum aufnehmen.
In liberalen jüdischen Gemeinden gibt es auch Rabbinerinnen. In allen anderen Glaubensrichtungen sind Rabbis Männer.

Der Mohel beschneidet jüdische Jungen. Mohel ist aber kein eigener Beruf. Dieses Amt übernimmt in der Regel ebenfalls der Rabbi, manchmal aber auch ein Arzt oder ein anderer Jude.

Der Toraschreiber heißt in der Bibel Schriftgelehrter. Er hat die Bibel studiert und schreibt die Texte der Tora auf die Torarolle.

Der Chasan leitet den Gottesdienst in der Synagoge. Er heißt auch Kantor.

Der Schochet ist ein jüdischer Schächter. Er schlachtet Tiere nach jüdischen Vorschriften.

Der Katzav ist ein jüdischer Metzger. Er sorgt dafür, dass seine Kunden koschere Wurst und koscheres Fleisch erhalten.

Der Maschgiach beaufsichtigt den Schochet. Er kontrolliert auch die Umsetzung und Einhaltung der Vorschriften in koscheren Geschäften und Restaurants. Auch Maschgiachim üben ihre Aufgabe oft neben einem anderen Hauptberuf aus.

 

Eure Fragen zu Berufen und Ämtern im Judentum