Jüdische Freiheitskämpfe
- der lange Weg ins gelobte Land
epd-bild/Thomas Lohnes
Ausgrabungen des Stadtgebietes aus dem 9. Jahrhundert von Caesarea. In Ceasarea brach im Jahre 66 der Aufstand der Juden gegen die Römer, nach der Entweihung der Synagoge, aus. 70 führte er zur Zerstörung des Tempels in Jerusalem und 73 zur Tragödie von Massada.

Im Jahr 66 nach Christi Geburt wollten die Römer das Lesen der Tora verbieten. Unter anderem zerstörten sie den zweiten Tempel der Jüdinnen und Juden in Jerusalem. Besonders eifrige Gläubige wehrten sich mit allen Kräften gegen die Feinde. Sie nannten sich Zeloten. Viele von ihnen verschanzten sich auf der Festung Masada. Sie hofften, dass nun der Messias zu ihnen käme. Doch mit Hilfe jüdischer Sklaven eroberten stattdessen die Römer die Festung. Fast 1.000 Zeloten begingen Selbstmord. Damit wollten sie die Römer beleidigen. Kurz darauf ließ der römische Kaiser Titus fast alle Juden aus Jerusalem vertreiben. Nur wenige blieben übrig.

65 Jahre später ließ der römische Kaiser Hadrian das Judentum schließlich ganz verbieten. Nun konnten Juden nur noch heimlich beten und ihre Söhne beschneiden. Darunter litten sie so sehr, dass  Schimon bar Kochba schließlich zu einem Aufstand gegen die Römer aufrief. Auch der berühmte Rabbi Akiwa und Tausende seiner Schüler waren daran beteiligt. Sie machten sich auch noch selbst das Leben schwer und gingen sehr respektlos miteinander um. Kurz darauf soll eine Seuche ausgebrochen sein und 24.000 Schüler das Leben gekostet haben. Es heißt, dass die Seuche am 33. Tag plötzlich endete. Diesen Tag feiern viele Juden heute mit dem Freudenfest Lag ba-Omer.

Drei Jahre lang hielten die Juden den Kampf durch, dann wurde der Aufstand blutig niedergeschlagen. Auch Schimon bar Kochba starb in der Schlacht. Viele seiner Anhänger wurden grausam hingerichtet. Rabbi Akiba ertrug schlimme Foltern, doch dann ereilte auch ihn Märtyrertod.

Der Sieg der Römer war in Judäa das Aus für das Judentum. Nur an wenigen Orten lebten noch einige Juden. Alle anderen zerstreute es in alle Welt. Erst zur Gründung des Staates Israel im Jahr 1948 kamen viele von ihnen wieder zusammen.

Jüdinnen und Juden den kamen über die Jahrhunderte zurück in ihr gelobtes Land, zuerst nur vereinzelt oder in kleineren Gruppen. Besonders Judenpogrome in Europa trieben etwa ab dem 16. Jh. die Flüchtenden in ihre versprochene Heimat. Ab dem 19. Jh. wird die Rückkehr des jüdischen Volkes in „Aliot“, Einzahl: „Alija“ gezählt. Die 5. Alija brachte die Jüdinnen und Juden, die vor Adolf Hitler flohen, ins Land Palästina, wie das Heilige Land damals hieß. Einige Gläubige mussten illegal einwandern, da Großbritannien keine weiteren Flüchtlinge ins Land lassen wollte. Erst mit Gründung des Staates Israel im Jahr 1948 änderten sich die Gesetze und viele Überlebende der Schoah kamen nach Israel.

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