Blick auf die Kaaba in Mekka mit vielen muslimischen Pilgern.
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Kaaba
- für Muslime das erste Haus für Allah
Ibrahim Uz/Unsplash
Fast drei Millionen Muslime pilgern jedes Jahr zur Kaaba und umrunden sie.

Die Kaaba ist für Musliminnen und Muslime das wichtigste Gebäude der Welt. Sie ist ein riesiger schwarzer Würfel und steht im Hof der al-haram-Moschee in Mekka.

Musliminnen und Muslime glauben, dass Adam die Kaaba einst als allererstes Gebetshaus für Gott errichtet hat. Der Prophet Abraham und sein Sohn Ismael sollen sie später wieder aufgebaut haben. Darum ist das Gebäude im Islam heilig. Es gibt sogar die Gebetsrichtung vor: In allen Ländern der Welt beten Musliminnen und Muslime immer in Richtung Kaaba. Jeder und jede von ihnen sollte sie mindestens einmal im Leben besuchen. Dieses Gebot gehört zu den fünf Säulen des Islam. Millionen Gläubige im Islam befolgen es in jedem Jahr. Sie pilgern nach Mekkka und umrunden dort die Kaabe gegen den Uhrzeigersinn genau sieben Mal.
 

Der Name Kaaba beschreibt das Gebäude schon: Kaaba ist arabisch und bedeutet Würfel. Die Kaaba in Mekka ist ungefähr 13 Meter lang, 13 Meter breit und 15 Meter hoch. Ihre Ecken zeigen in die vier Himmelsrichtungen. In der Ostmauer liegt ein schwarzer Stein. Musliminnen und Muslime berühren ihn gern. Woher er kommt, weiß niemand so genau. Er soll vom Himmel gefallen sein. Vielleicht war es ein Meteorit.

Alle Seiten und das Dach der Kaaba sind mit einem riesigen schwarzen Tuch bedeckt. Der gewebte Stoff heißt Kiswah und ist mit Goldverzierungen und Versen aus dem Koran bestickt. Vor dem Pilgermonat bekommt die Kaaba in jedem Jahr ein neues Tuch. 

Im Inneren der Kaaba gibt es nur einen einzigen Raum. Darin stehen drei Säulen und eine Leiter. Sie führt zum Dach. Sonst ist die Kaaba leer.


Wer bestickt das schwarze Tuch und zieht es in jedem Jahr über die Kaaba?

Da die Luftfeuchtigkeit in Mekka sehr hoch ist, geht der Stoff recht schnell kaputt. Außerdem laufen das Gold und das Silber im Laufe der Zeit dunkel an, so dass die Ornamente und die Koranverse immer mehr „verblassen“. Deshalb wird die Kiswah in jedem Jahr erneuert. Dazu sind jeweils 160 Techniker und Kunsthandwerker nötig. Sie nehmen das alte Tuch jeweils am 2. Pilgertag ab. Eine Woche später kommen sie mit dem neuen Tuch wieder. Das geschieht immer am 9. Dhul Hidscha, dem Tag vor dem großen Opferfest der Musliminnen und Muslime. An ihm wandern die Pilgernden nämlich zum Berg Arafat und sprechen dort ihre Gebete. Der Berg liegt 20 Kilometer von Mekka entfernt. Rund um die Kaaba ist es an diesem Tag daher ungewöhnlich leer, so dass die Kiswah in Ruhe angebracht werden kann.

Das alte Tuch wird oft zerteilt. Viele Pilgerinnen und Pilger nehmen sich ein kleines Stück mit nach Hause und bewahren es dort als Andenken in einem schönen Bilderrahmen auf.

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