Hallo, Tabish. Die Ahmadiyya Muslim Jamaat ist eine muslimische Gemeinschaft, die vor über 100 Jahren in Indien entstanden ist. An ihrer Spitze steht ein religiöser Führer, der Kalif genannt wird.
Der Gründer der Gemeinschaft heißt Mirza Ghulam Ahmad. Er wurde im Jahr 1835 geboren und ist im Jahr 1908 gestorben. Seine Anhängerinnen und Anhänger glauben, dass er ein Reformer und der versprochene Messias war. Andere Musliminnen und Muslime glauben das nicht. Sie warten noch auf so eine Person. Der heutige Kalif heißt Mirza Masroor Ahmad und lebt in England. Die Ahmadiyya Muslim Jamaat ist die einzige muslimische Gemeinschaft, die von einem solchen spirituellen Kalifen geleitet wird.
Muhammad ist für die Ahmadiyya Muslim Jamaat der letzte Prophet
Für die Ahmadiyya Muslim Jamaat ist der Prophet Muhammad der letzte Prophet Gottes. Ihre Religion stützt sich – wie bei anderen Musliminnen und Muslimen auch – auf den Koran, die Sunna - also das, was der Prophet Muhammad getan und vorgelebt hat - und die Überlieferungen, also die Hadithe.
Für die Glaubensgemeinschaft ist es wichtig, dass Glaube und Politik getrennt bleiben. Gewalt verurteilt sie. Die Ahmadiyya Muslim Jamaat setzt sich stark für die Gesellschaft ein, deren Teil sie ist. In Deutschland gibt es viele Projekte dafür, wie beispielsweise den Neujahrsputz, bei dem öffentliche Plätze sauber gemacht werden oder Wohltätigkeitsläufe für einen guten Zweck oder auch Baumpflanzungen, bei denen sogenannte Friedensbäume gepflanzt werden.
Seit über 100 Jahren gibt es in der Ahmadiyya Gemeinschaft eine eigene Frauenorganisation, die selbstständig arbeitet und Entscheidungen trifft. Die Gemeinde findet es sehr wichtig, dass Mädchen und Frauen eine gute Bildung bekommen.
In manchen Ländern kann die Ahmadiyya Gemeinde ihren Glauben nicht frei leben
Nicht alle Musliminnen und Muslime zählen die Ahmadiyya Muslim Jamaat zum Islam. Der Grund dafür ist, dass sie die religiöse Bedeutung ihres Gründers anders bewerten als andere islamische Gemeinschaften. Diese unterschiedlichen Auffassungen führen in manchen Ländern zu großen Problemen für die Mitglieder der Ahmadiyya Gemeinde. In Pakistan zum Beispiel dürfen sie sich gesetzlich nicht als Musliminnen und Muslime bezeichnen und ihre Religionsausübung ist stark eingeschränkt. In Deutschland ist das anders. Hier ist die Ahmadiyya Muslim Jamaat als Religionsgemeinschaft anerkannt und kann ihren Glauben frei leben.