Im Christentum gab es von Anfang an Unterschiede, weil sich Christinnen und Christen nie ganz einig waren, wie die Botschaften von Jesus zu verstehen waren. Deshalb entstanden immer wieder eigene Gruppen im Christentum oder auch in der christlichen Kirche.
Aufspaltung der Kirche
Vor 1000 Jahren haben sich die Kirche im Osten (Orthodoxie) und die im Westen (römische Kirche) aufgeteilt. 500 Jahren später haben sich Christinnen und Christen von der römisch-katholische Kirche abgespalten. Diese Trennung hatte ihren Grund darin, dass der Papst in Rom die Forderungen der sogenannten Reformatoren wie Luther, Zwingli, Calvin und vieler anderer ablehnte. Die Abspaltung begann damit, dass Papst Leo der 10. Reformatoren aus der katholischen Kirche ausgeschlossen hatte. Dies wird Bann genannt.
Protestierende wurden Protestantinnen und Protestanten genannt
Viele Christinnen und Christen protestierten, also lehnten sich gegen die Regel der katholischen Kirche. Es gab viele Fragen, über die sich die Reformatoren mit der Kirche nicht einig waren. Sie lehnten das Papstamt ab, feierten das Abendmahl anders, wollten die Bibel selbst lesen und erklären dürfen und viele Fragen mehr. Diese Christinnen und Christen wurden später „Protestantinnen" und "Protestanten“ genannt. Seit dem Bann gegen Martin Luther im Jahr 1520 gab es eine rechtliche Abgrenzung zwischen auf der einen Seite Martin Luther und den Protestantinnen und Protestanten, die zu ihm hielten, und der katholischen Kirche auf der anderen Seite. Daraus entstand dann das Nebeneinander von evangelischer und katholischer Kirche.
Nach vielen Jahren Krieg und unzähligen getöteten Menschen wurde im Jahr 1648 der Westfälische Friede geschlossen. Alle stimmten zu, dass es zwei unterschiedliche Richtungen im Christentum gab.