Ein junges Paar im Beratungsgespräch mit einer Ärztin.
Abtreibung im Christentum
- das Leben beginnt mit der Zeugung und steht sofort unter Schutz
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Im Christentum steht das ungeborene Leben von Anfang an unter Schutz. Für Hilfe suchende Schwangere bieten die katholische und die evangelische Kirche Beratungsgespräche an.
20.01.2016 - 19:32

Für viele Christen beginnt das Leben schon bei der Zeugung mit der Verschmelzung von Ei und Samenzelle. Nach ihrem Glauben zieht in diesem Moment auch bereits die Seele in das neue Leben ein. Das heißt für sie, dass Gott zu diesem Leben „Ja“ gesagt hat. Deshalb hat aus Sicht der Kirchen schon die befruchtete Eizelle das Recht auf Leben und auf seinen Schutz. Dennoch gehen die Kirchen unterschiedlich mit dem Thema Abtreibung um.

Für Katholiken begann das Leben noch nicht immer so früh. Viele von ihnen teilten bis vor rund 150 Jahren den Glauben der Juden. Danach zieht die Seele erst am 42. Schwangerschaftstag in das ungeborene Kind ein. Bis dahin stellte die katholische Kirche sein Leben nicht unter besonderen Schutz. Heute ist die römisch-katholische Kirche dagegen ein besonders strenger Abtreibungsgegner. Sie bezeichnet den Schwangerschaftsabbruch zu jedem Zeitpunkt als Kindstötung und damit als Verbrechen.

Auch die Evangelische Kirche in Deutschland möchte Abtreibungen vermeiden. Sie hält den Abbruch der Schwangerschaft jedoch in Einzelfällen für gerechtfertigt, wenn die körperliche oder seelische Gesundheit der Mutter in Gefahr ist, wenn das Kind schwer behindert ist und wenn die Schwangerschaft durch eine Vergewaltigung zustande kam.

Viele Christen beteiligen sich heute an der Diskussion um die Argumente der Abtreibungsgegner und -befürworter. Und etliche von ihnen entscheiden sich heute selbst aus unterschiedlichen Gründen für eine Abtreibung. Beide Kirchen bieten ihnen Beratungsgespräche an.