Antisemitismus

Ausschnitt aus einer schwarz-weiß gezeichneten Postkarte des Hotels Kölner Hof mit einem Schild "Juden ist der Eintritt verboten".
© Jüdisches Museum Frankfurt
- meint die Diskriminierung von Jüdinnen und Juden
Person mit Kippa bei Mahnwache nach antisemitischen Anschlag in Halle
epd-bild/Georg Wittmann
Nach dem antisemitischen Anschlag in Halle im Oktober 2019 versammelten sich Politiker und Einwohner zu einer Mahnwache vor der Synagoge in Halle.

Jüdinnen und Juden einfach nur wegen ihres Glaubens abzulehnen, auszugrenzen oder sogar anzugreifen heißt Antisemitismus. „Anti" ist Griechisch und bedeutet „gegen". „Semitinnen" und „Semiten" sind Menschen, die eine semitische Sprache wie Arabisch, Aramäisch oder Hebräisch sprechen. Das Wort „Antisemitismus" betrifft aber lediglich die schlimmen Vorurteile und den Hass gegen Jüdinnen und Juden. Antisemitismus ist also sehr ungerecht, denn kein Mensch darf wegen seines Glaubens, seiner Traditionen, seiner Geschichte oder seiner Herkunft verurteilt oder schlecht behandelt werden.

Antisemitismus gibt es schon sehr lange

Vor mehr als 2.000 Jahren haben die Herrscher des Römischen Reichs das Gebiet erobert, in dem Jüdinnen und Juden lebten, sie später ausgegrenzt und verfolgt. Einige jüdische Menschen mussten deswegen aus ihrer Heimat im heutigen Israel und Palästina fliehen und kamen nach Europa. Dort konnten sie eine Weile in Frieden leben. Als die Menschen in Europa aber unzufriedener wurden, versuchten sie den Jüdinnen und Juden die Schuld dafür zu geben. Sie erzählten Lügengeschichten über sie, verboten ihnen, bestimmte Berufe auszuüben, Geschäfte oder Häuser zu kaufen und Land zu besitzen.

Diese Lügengeschichten über jüdische Menschen führten immer wieder zu Gewalt, Vertreibung oder Mord. Im 20. Jahrhundert verschlimmerte sich der Hass gegen Jüdinnen und Juden in Europa unter der Herrschaft der Nationalsozialisten mit dem Diktator Adolf Hitler. Er hasste völlig grundlos alle Jüdinnen und Juden in der ganzen Welt und wollte sie alle umbringen. Millionen jüdische Frauen, Männer und Kinder ließ er deshalb verfolgen, verhaften, in Lagern einsperren und einfach so ermorden. Diese Zeit heißt Holocaust, auf Hebräisch Schoa, und gehört zu der grausamsten Zeit in der gesamten Geschichte der Menschheit.

Antisemitismus bedroht das friedliche Miteinander aller Menschen

Aber auch heute noch gibt es auf der ganzen Welt Antisemitismus. Manche ungerechte Menschen beleidigen Jüdinnen und Juden immer noch oder greifen sie mit Gewalt an. Obwohl nach der furchtbaren Verfolgung durch die Nationalsozialisten Deutschland viel dafür getan hat, den Hass gegen Juden und Jüdinnen zu bekämpfen, verstecken heute viele von ihnen Hinweise darauf, dass sie jüdisch sind. Sie trauen sich zum Beispiel nicht mit der Kippa auf die Straße zu gehen oder die Mesusa an der Haustür hängen zu lassen, aus Angst, dass sie angegriffen werden. Denn das passiert in den letzten Jahren leider wieder immer häufiger, auch in Deutschland.

Aus diesem Grund beschützt die Polizei in Deutschland und anderen europäischen Ländern Synagogen, also die Orte, an denen Jüdinnen und Juden beten. Antisemitische Vorurteile können sich aber auch im Internet, auf Schulhöfen oder in der Nachbarschaft verbreiten. Antisemitismus fängt oft mit gemeinen Worten an, kann aber auch zu Taten führen. Deshalb ist es wichtig, Antisemitismus zu erkennen, anzusprechen und sich dagegen zu wehren.

Jüdinnen und Juden leben seit vielen Jahrhunderten in Europa und haben die Geschichte in Deutschland und in anderen Ländern mitgestaltet. Antisemitismus ist deshalb nicht nur das Problem einzelner jüdischer Menschen, sondern es bedroht das friedliche Zusammenleben aller Menschen. Denn jede und jeder hat das Recht auf ein Leben voll Frieden, Schutz, Würde und Respekt.

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