Ein jüdischer Junge hat eine Tefillin auf der Stirn. Das ist eine Lederkapsel, die Torastellen auf Pergament enthält. Um den Kopf hat er einen weißen Schal gewickelt. Er bereitet sich auf seine Bar Mizwa vor.
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Bar Mizwa und Bat Mizwa
- in der Synagoge sind Jungen und Mädchen jetzt erwachsen
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Ihre Bar Mizwa feiern jüdische Jungen mit dreizehn Jahren. Sie sind danach religionsmündig und dürfen in der Synagoge aus der Tora vorlesen und auch andere Aufgaben in der Gemeinde übernehmen.
01.07.2012 - 01:13

Mit den Festen Bat Mizwa und Bar Mizwa feiern jüdische Mädchen und Jungen ihre Aufnahme als vollwertiges Mitglied in die jüdische Gemeinde. 

Jüdische Gemeinden nehmen Mädchen ab 12 Jahren und Jungen ab 13 Jahren als vollwertige Mitglieder in der Synagoge auf. Ein jüdisches Mädchen ist dann eine Bat Mizwa. Der hebräische Ausdruck bedeutet „Tochter der Pflicht“. Ein jüdischer Junge wird ein Bar Mizwa. Das heißt „Sohn der Pflicht“.

Für Jungen und Mädchen gelten nun dieselben Rechte und Pflichten wie für die Erwachsenen. In liberalen jüdischen Gemeinden sind sie für alle gleich. Dort dürfen Jungen und Mädchen jetzt zum Beispiel zum Minjan gehören und im Gottesdienst aus der Tora vorlesen. Jeder muss auch sonst seinen Teil zum Gottesdienst und zur Gemeinde beitragen. In orthodoxen Gemeinden dürfen nur Jungen und Männer im Gottesdienst aus der Tora vorlesen.

Überall gilt: Nach der Bar Mizwa und der Bat Mizwa sind die Jugendlichen religionsmündig. Das heißt, jede und jeder von ihnen muss seinen Glauben und seine Fehler vor sich selbst, vor anderen und vor allem vor Gott selbst verantworten. 

Die Aufnahme in die Gemeinde findet in der Synagoge statt. Manche Familien feiern aber mit Freunden auch zuhause noch weiter.