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Beten im Alevitentum
- eine freiwillige Handlung
epd-bild/Hans-Jürgen Bauer
In Duisburg-Rheinhausen feiern Anhänger der aus Anatolien stammenden Religionsgemeinschaft der Aleviten am 16.02.2007 im Alevitischen Gemeindezentrum ihren Gottesdienst (Cem).

Alevitinnen und Aleviten beten allein und in der Gemeinschaft. Meist beten sie nicht in einer Moschee, sondern treffen sich zum Gottesdienst in Gemeindehäusern. In ihrer Religion gibt es keine Gebetszeiten und auch keine Pflichtgebete.

An den verschiedenen Feiertagen treffen sich viele Alevitinnen und Aleviten zu Andachten. Außerdem finden in jedem Jahr ungefähr fünf Cem-Zeremonien statt. In diesen Versammlungen beten alle gemeinsam ein besonderes Gebet, das Semah. Es erinnernt an Treue in der Ehe und an die Erkenntnis.

Persönliche Gebete sind im Alevitentum immer eine freiwillige Handlung. Alevitinnen und Aleviten sprechen sie wann, wo und wie oft sie das Bedürfnis dazu haben. Viele tun dies am Donnerstagabend. Dazu zünden sie Kerzen an, um das Licht zu entfachen.

Eine Besonderheit im Alevitentum ist auch das Lokma. Das ist eine kleine Spende, mit der Alevitinnen und Aleviten nach ihrem Gebet Armen und Bedürftigen helfen. Damit folgen sie den Worten des Gelehrten Hünkar Bektaş Veli. Er sagte einmal: „Betet nicht mit den Knien, sondern mit den Herzen.“ Lokma heißt so viel wie "kleiner Happen". Auch türkische Teigbällchen mit Zimt werden so genannt. Als Lokma geben Alevitinnen und Aleviten zum Beispiel Brot, Obst, Kekse, andere Lebensmittel oder Geld. Das Lokma und jeder andere Dienst am Menschen ist für sie ein "Gottesdienst".