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Beten im Alevitentum
- eine freiwillige Handlung
epd-bild/Hans-Jürgen Bauer
In Duisburg-Rheinhausen feiern Anhänger der aus Anatolien stammenden Religionsgemeinschaft der Aleviten am 16.02.2007 im Alevitischen Gemeindezentrum ihren Gottesdienst (Cem). Sie rufen im Gebet Allah, den islamischen Propheten Mohammed sowie dessen Schwiegersohn Ali an. Mit dem sunnitischen oder schiitischen Islam hat die Lehre der Aleviten dennoch wenig gemeinsam. Sie beten nicht fünfmal am Tag, pilgern nicht nach Mekka und fasten nicht im Monat Ramadan. Anstelle von Moscheen haben sie ihre Cem-Häuser. Die islamische Rechtslehre, die Scharia, gilt für Aleviten nicht. In Deutschland leben nach Schätzungen bis zu 700.000 Aleviten. Die alevitische Gemeinde in Rheinhausen ist nach eigenen Angaben bundesweit der älteste und mitgliederstärkste Verein.
06.07.2016 - 15:25

Aleviten beten allein und in der Gemeinschaft. In ihrer Religion gibt es keine Gebetszeiten und auch keine Pflichtgebete.

An den verschiedenen Feiertagen treffen sich viele Aleviten zu Andachten. Außerdem finden in jedem Jahr ungefähr fünf Cem-Zeremonien statt. In diesen Versammlungen beten alle gemeinsam ein besonderes Gebet, das Semah. Es erinnernt an Treue in der Ehe und an die Erkenntnis.

Persönliche Gebete sind im Alevitentum immer eine freiwillige Handlung. Aleviten sprechen sie wann, wo und wie oft sie das Bedürfnis dazu haben. Viele tun dies am Donnerstagabend. Dazu zünden sie Kerzen an, um das Licht zu entfachen.

Eine Besonderheit im Alevitentum ist auch das Lokma. Das ist eine kleine Spende, mit der Aleviten nach ihrem Gebet Armen und Bedürftigen helfen. Damit folgen sie den Worten des Gelehrten Hünkar Bektaş Veli. Er sagte einmal: „Betet nicht mit den Knien, sondern mit den Herzen.“ Lokma heißt so viel wie "kleiner Happen". Auch türkische Teigbällchen mit Zimt werden so genannt. Als Lokma geben Aleviten zum Beispiel Brot, Obst, Kekse, andere Lebensmittel oder Geld. Das Lokma und jeder andere Dienst am Menschen ist für sie ein "Gottesdienst".


Eure Fragen zu Beten im Alevitentum